Titelaufnahme

Titel
Die Mainzer Karmeliter-Chorbücher : Studien zur mittelrheinischen Buchmalerei des 15. Jahrhunderts / vorgelegt von Judith König
VerfasserKönig, Judith
Erschienen2011
UmfangElektronische Ressource
HochschulschriftMainz, Univ., Diss., 2006
Herkunft des DigitalisatsErzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln, HT020243839
URL
URNurn:nbn:de:hebis:77-28287 
Links
Nachweis
Archiv METS (OAI-PMH)
Klassifikation
Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit sind erstmals die Karmeliterchorbücher des Mainzer Dommuseums - ein fünfbändiges Antiphonar und ein Graduale - kodikologisch und kunsthistorisch untersucht worden. Dabei stellte sich heraus, dass diese bislang in der Literatur nur bruchstückhaft bekannten Handschriften zwei eigenständige Werke sind, deren Bildinitialen nicht - wie bislang angenommen - von dem in einer Widmung genannten Frater Nycolaus angefertigt worden sind. Dieser konnte lediglich als Schreiber von drei Bänden des Antiphonars identifiziert werden. Die neun Bildinitialen des handwerklich solide angefertigten Graduales folgen altbekannten böhmischen Vorbildern und bestechen durch ihre Erzählfreude und Detailgenauigkeit. Kunsthistorisch bedeutsamer sind die fünf erhaltenen Bildinitialen des Antiphonars, das wahrscheinlich von dem Mainzer Juristen und Geschichtsforscher Franz Joseph Bodmann im 19. Jahrhundert um mindestens zehn weitere Bildinitialen beraubt wurde. Die Qualität der verbliebenen Bildinitialen, die teilweise weit entwickelte Landschaften, eine hochmoderne Verkündigungsszene und Mustergrundinitialen zeigen, die in enger Verbindung zum Göttinger Musterbuch stehen, sichern dem Antiphonar einen bedeutenden Rang in der Mittelrheinischen Kunst. Beide Liturgika überraschen durch die qualitative und quantitative Ausstattungsfülle beim einzeiligen Initialschmuck. Zwei in die Jahre 1430 und 1432 datierte Widmungen im Antiphonar nennen als Auftraggeber einen Johannes Fabri aus dem Mainzer Handwerk, der 17 Jahre später zum Prior des Mainzer Karmeliterklosters aufgestiegen ist. Ein dargestelltes Stifterpaar im Graduale lässt auch dort auf Auftraggeber aus dem Bürgertum schließen, die die Handschrift wahrscheinlich im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts in Auftrag gaben. Die in der Literatur postulierte Karmeliterwerkstatt muss bezweifelt werden, da die ihr zugewiesenen Werke einer kritischen Überprüfung nicht standhalten

Enthält Anmerkungen zu folgenden Handschriften
  • Cod. 1150 (Hs. erwähnt auf S. 101, 207, Anm. 651 Abb. 411 von fol. 222v)
  • Cod. 1305 (Hs. erwähnt auf S. 47 mit Anm. 220)
  • Cod. 267 (Hs. erwähnt auf S. 100, Anm. 366)