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Augustinus: Enarrationes in psalmos LI-C (Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 65)

Bibliographic description

Manuscript title
Augustinus : Psalmenkommentar
Origin place
Chelles
Origination date
um 800
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
352 Blätter
Format
365 mm x 283 mm
Persistent identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3100 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Country
Deutschland
Settlement
Köln
Collection
Dombibliothek
Signature
Cod. 65
Catalog signature
Jaffé/Wattenbach: LXV.
caption missing for altIdentifier-former
Darmst. 2058
Catalog signature
Handschriftencensus Rheinland: 1025
caption missing for altIdentifier-alternative
Köln, Dombibliothek Hs. 65
Catalog signature
HMML Microfilm-No.: 35,048

Overview description

Augustinus: Psalmenkommentar

Die drei Codices enthalten in derselben Aufteilung wie die mittlerweile gedruckte Edition den Text der umfangreichen Erläuterungen des Augustinus (354-430) zu den Psalmen 1-50, 51-100 und 101-150. Die 'Enarrationes in psalmos' sind entweder in der Form von kurzen, wenig ausformulierten Erklärungen zu Wortlaut und Bedeutung jedes Psalmverses geschrieben oder sie sind Predigten an das Volk, die Augustinus im Anschluß an die Textverlesung gab. Oft beginnen die Darlegungen mit Hinweisen auf Ausführungen des Vortages, so daß man einer Tag für Tag, Psalm für Psalm fortschreitenden Unterrichtsreihe über das bereits in der Alten Kirche so beliebte Psalmenbuch beizuwohnen glaubt.

Das monumentale Werk wurde von insgesamt zehn Frauen abgeschrieben, die jeweils an das Ende des von ihnen bearbeiteten Teiles ihren Namen setzten: in Dom Hs. 63 Girbalda ( 86v), Gislildis ( 174v), Agleberta ( 263v), in Dom Hs. 65 Adruhic ( 73v), Altildis ( 151v), Gisledrudis ( 224v), Eusebia ( 289v) und ein mit den letzten Blättern verlorener Name, schließlich in Dom Hs. 67 Vera ( 105v) und Agnes ( 183v). Sie alle schrieben eine exakte karolingische Minuskel mit charakteristischen Eigenheiten, die Uncialis und gemischten Majuskeln der Titel und Psalmenzitate sind rubriziert und sauber ausgeführt, die seltenen Korrekturen meist ordentlich am unteren Textrand nachgetragen. Rubriziert sind in der Regel auch Incipits und Explicits, allerdings fehlen z.B. im Teil der Altildis (Dom Hs. 65, 74r-151v) häufig die Auszeichnungen der Psalmenzitate oder manchmal sind irrtümlich Textteile rubriziert (z.B. Dom Hs. 67, 75r ). In allen drei Codices finden sich, wenn auch nicht zahlreich, mehrfarbige Initialen. Lediglich in Dom Hs. 67 werden die ersten beiden Psalmen durch farbige Hohlkapitalen, zu Beginn sogar mit Flecht- und Schlangenbändern sowie einer Fischinitiale, feierlich hervorgehoben. Zumindest vier der Schreiberinnen wirkten auch an einer zweiten Abschrift desselben Werkes mit, von der Teile in einer Berliner Handschrift erhalten sind ( Staatsbibl., Phillipps 1657; vgl. CLA VIII 1959; Bischoff 1966, S. 20 ). Eine Reihe weiterer Codices derselben Herkunft (etwa zwischen 785 und 810 entstanden) und der Ornamentstil haben Bischoff (1966) vermuten lassen, daß die Dom-Handschriften 63, 65 und 67 aus einem gut ausgestatteten Nonnenkonvent mit diszipliniertem Skriptorium in Nordostfrankreich stammen. Er hat hierfür den Ort Chelles vorgeschlagen, wo die Schwester Karls des Großen, Gisela (757-810) , einem Kloster als Äbtissin vorstand. Aus ihrem Briefwechsel mit Alkuin (um 730-804) wissen wir von der Existenz einer dortigen Bibliothek. Die Nachrichten von Nonnen als Schreiberinnen sind zwar zunächst spärlich, ihre diesbezügliche Tätigkeit ist jedoch als gängige Praxis aus englischen Klöstern bekannt und offenbar im 11. Jahrhundert sehr verbreitet gewesen.

Eingebundene Vorsatzblätter in Dom Hss.63 und 67 tragen den typischen Vermerk der Bibliothek Erzbischof Hildebalds (vor 787-818) CODEX SANCTI PETRI SUB PIO PATRE HILDEBALDO SCRIPTUS - Codex des hl. Petrus, unter dem frommen Vater Hildebald geschrieben -, der in Dom Hs. 65 möglicherweise mit dem Vorsatzblatt verloren ging. Die Codices wurden also vermutlich von dem Erzbischof in Chelles in Auftrag gegeben, der engen Kontakt zum Hof Karls des Großen pflegte.

Überblickbeschreibung aus: Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung, München 1998, S. 75-80 (Alexander Arweiler)

Imprint
Publisher
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Editorial staff
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Place
Köln
Date
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3100
PURL
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3100
Licence

Die Bilder sind unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 veröffentlicht

Diese Beschreibung und alle Metadaten sind unter der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht

Classification