Beschreibung von Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 103

Bibliographische Beschreibung

Handschriftentitel
Beda Venerabilis : Naturlehre, historiographische und zeitrechnerische Werke
Entstehungsort
Köln
Entstehungszeit
um 795
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
192 Blätter
Format
300 mm x 190 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-13165 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 103

Überblickbeschreibung

Beda Venerabilis: Naturlehre, historiographische und zeitrechnerische Werke

Gemäß dem annalistischen Eintrag am Rand des 'Cyclus decemnovennalis', des 19jährigen Mondzyklus (15r), der zum Jahr 768 den Regierungsantritt Karls des Großen (768-814) mit dem Namen Carlus und dessen Regierungsjahr mit der Zahl XXVII (27) vermerkt, ist die Entstehung der Handschrift in das Jahr 795 anzusetzen. Daß sie im Kölner Domskriptorium für Erzbischof Hildebald (vor 787-818) entstand, kann einerseits aus dem Besitzvermerk (1r), andererseits aus der Schrift und der Initialornamentik geschlossen werden. Schon Jones (1971, S. 18) erkannte drei Hauptschreiber, die wahrscheinlich auch die Initialornamentik ihrer Passagen besorgten. Von ihnen ist der Schreiber der Folia 1v-78v erwähnenswert, weil er eine feine, der merowingischen vergleichbare Initialkunst ausübt, welche die unzialen und kapitalen Initialen gefühlvoll in die ausgesparten Räume einfügt. In seiner unmittelbaren Umgebung wird man die Initialenzeichner etwa der Dom Hss. 41 (Kat.Nr.12) und 83II (Kat.Nr.24; 55rff.) tätig sehen dürfen.

Der Inhalt des Buches hat den Ruhm des Angelsachsen Beda (673/674-735) und seinen Beinamen Venerabilis (der Verehrungswürdige) mitbegründet. Es stellt die Summe des Wissens um die Naturgeschichte, Geschichte und Zeitrechnung des 8. Jahrhunderts dar und bildete unmittelbar die Wissensbasis für die karolingischen Gelehrten wie Alkuin von York (um 730-804), Gesprächspartner Karls des Großen auch in diesen Dingen. Die Handschrift ist überlieferungsgeschichtlich von hoher Bedeutung. Dem Kölner Humanisten Johannes Bronchorst (Noviomagus, 1494-1570) diente sie 1537 zur Edition der Schulwerke Bedas. In Dom Hs. 103 sind zuerst die Tabellen des 19jährigen Mondzyklus in Kombination mit dem 28jährigen Sonnenzyklus zu sehen (I). Diese Kombination des antiken 'Cyclus lunaris' und des sich über 532 (19 x 28) Jahre erstreckenden 28jährigen 'Cyclus solaris' war das Werk Bedas. Nach den Tafeln mit ihren Daten konnte man das Osterfest berechnen, bzw. das Osterdatum auffinden, von dem die beweglichen Feste im Kirchenjahr wie Christi Himmelfahrt und Pfingsten (40 bzw. 50 Tage danach) abhingen. Es folgt darauf das Kalendar (II) mit seinen Heiligenfesten, das keinerlei kölnische Daten verzeichnet; seine Vorlage stammt eindeutig aus einem westfränkischen Kulturzentrum. Der nächste Abschnitt (III) hat zweifache Bedeutung. Erstens enthält er die von Dionysius Exiguus (gest. vor 556) für die Jahre 532-626 vorausberechneten und die durch Beda Venerabilis für 627-1063 weitergeführten astronomischen Tafeln des 'Cyclus decemnovennalis' (Osterzyklus) auf 28 Seiten (III, 1-10). Diese dienten zweitens den Geschichtsschreibern als Leitfaden für die Annalen (III, 11), die in Dom Hs. 103 weltgeschichtliche Dimension haben und bis zum Jahr 795 führen. Der Kölner Annalist beginnt seine Weltgeschichte mit der Geburt Jesu Christi im Jahr 532 n.Chr., der Leser muß daher die Daten auf das Jahr 1=532 umrechnen.

Das erste der drei berühmten Schulwerke (Opera didascalica) Bedas ist das 703 im Anschluß an Isidor von Sevilla (um 560-636) geschriebene 'De natura rerum' (IV). Er erweiterte Isidors Kosmologie von 48 auf 51 Kapitel und gab dem Stoff eine neue Ordnung, in der zuerst Gott als Schöpfer der Welt auftritt, der das Universum aufgrund vierfacher Überlegung schuf (Lehre der vier Elemente). Es folgen die Elementenlehre (2-8), die Lehre von den fünf Zonen oder Klimata der Welt (9-10), die Astronomie (11-23), die Meteorologie (24-27), die Gewässerkunde mit der Erklärung von Flut und Ebbe (28-43) und die Erdkunde (44-51). Leider wurde das Werk im Gegensatz zum 'Liber rotarum' Isidors (Dom Hs. 83II, Kat.Nr.24) nicht illustriert.

Im Jahr 703 entstand auch Bedas 'De temporibus' über Zeit und Zeitrechnung (V). Es enthält 22 Kapitel und läßt sich in einen mathematisch-astronomischen (1-15) und einen historiographischen, 'Chronica minora' genannten Teil (16-22) trennen. Der erste behandelt die Zeiteinheiten (Momente, Stunden, Tage usw.), Solistitien (Sonnenwenden) und Äquinoktien (Tag- und Nachtgleichen), Jahreszeiten, Osterfestberechnung nach dem 'Cyclus decemnovennalis' unter Berücksichtigung des Mondsprungs usw. Der zweite Teil gibt einen Abriß über die sechs Weltalter von Adam bis Noe (1), von Noe bis Abraham (2), von Abraham bis David (3), von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft (4), von der Gefangenschaft bis zur Menschwerdung Christi (5) und von der Geburt Jesu bis zum Weltuntergang (6). Die Weltalter werden fortlaufend nach Jahren gezählt, biblische mit außerbiblischen Daten der Babylonier, Assyrer, Ägypter, Griechen und Römer koordiniert. Eine Zusammenfassung zur Osterfestberechnung gab Beda in seinem Brief an den Priester Wictheda (VI), dem in Dom Hs. 103 zwei arithmetische Tafeln mit der Erklärung der Zahlen in lateinischer und griechischer, lateinisch transkribierter Sprache folgen (51v, 52r).

Sein drittes Schulwerk widmete Beda 725 Abt Hwaedberth von Jarrow, den er in der Vorrede als mein geliebtester Abt anspricht (VII). Auch hier kann der astronomisch-komputistische Teil (1-65) vom historiographischen (66-71) getrennt betrachtet werden; letzterer wird 'Chronica maiora' genannt. Das Werk erhielt einen didaktisch bewundernswerten Aufbau, der über das Zählen mit den Fingern und Händen (1) zu den Phänomenen am Himmel (16-23) und zur Erklärung der Gezeiten (29), der Äquinoktien und Solistitien (30) sowie der Breitengürtel der Welt (33) führt. Die Anweisungen zur Osterfestberechnung (34-65) schließen diesen Teil ab. Die 'Chronica maiora' (66-71) enthalten wieder die Weltgeschichte, sind jedoch nicht in Verbindung mit dem 'De civitate Dei' (Vom Gottesstaat) des hl. Augustinus zu sehen, dessen letzte Bücher sich mit den zukünftigen Dingen (Auferstehung des Fleisches) befassen. Der Schluß von Dom Hs. 103 (VIII) bietet eine Reihe von Computusregeln zur Berechnung der Zeit, die zumeist mit den Worten Si nosse vis (Wenn du wissen willst) beginnen. Hier findet sich schließlich auch noch eine Variante zum Fingerzahlenrechnen im ersten Kapitel des 'De tempore rationum'. Von Bedeutung im Bereich der Überlieferung des Kalenders und der Errechnung des Osterfestes sind schließlich die sog. Akten des Konzils von Kaisareia (2. Jh.) aus der Frühzeit der Kirche (190v-192r).

Autor des Textes: Anton von Euw

Zustand und Zusammensetzung

Lagenstruktur
Lagen 12, 21+8, 38, 46, 5-108, 114, 12-238, 244, 25-268, 271 (Einzelblatt) ;
Seiteneinrichtung
Schriftspiegel 215 mm x 135 mm ;Blindliniierung mit Versalienspalten ( 8 mm ); Zirkelstiche auf den äußeren Seitenlinien; einspaltig; 24 Zeilen.

Schrift und Hände

Lateinischer Text in brauner bis dunkelbrauner und Glossen vorwiegend in hellbrauner, kleiner karolingischer Minuskel, ohne Rubriken; Titel in Tinte, unzial, mit Minuskeln kombiniert;

Buchschmuck

  • Zu den Kapitelanfängen Initialen in feiner Federzeichnung mit hellbrauner Tinte im merowingischen Stil (Lagen IIII-XI); ab 78v (Lage XII) ähnliche, jedoch nicht so zierliche Initialen im "karolingischen" Stil und einfache Majuskeln als Kapitelanfänge.

Einband

Einband: Pergament mit Streicheisenlinien über Pappe (18. Jh.).

Geschichte der Handschrift

Provenienz
Nach Ausweis von 1r gehörte die Handschrift zur Dombibliothek Erzbischof Hildebalds . Darmstadt 2103.

Inhaltsangabe

  • 1r Hildebaldvermerk CODEX SANCTI PETRI SUB PIO PATRE HILDEBALDO SCRIPTUS. Federprobe ( 9. Jh. ) probatio incausti .
  • 1v-8v Titel: Tabellen des 19jährigen Mondzyklus und des 28jährigen Sonnenzyklus, Kalendar.
    • 1v Quadriertes Diagramm ohne Hilfslinien mit den Mondregularen Cursus Lunae per XII signa (PL 90, 757A, 758A; Jones 1939, 68; CCL 123B, 345 : Beda, De temporum ratione, Cap. XVIIII). Lauf des Mondes durch die 12 Tierkreiszeichen während der 12 Monate und im 19jährigen Zyklus. Vertikal links die Namen der Tierkreiszeichen von Taurus bis Aries, rechts die Monatsnamen von Aprilis bis Martius, denen jeweils 2 bzw. 3 horizontale Zeilen zugeordnet sind, die vertikal in 19 Kolumnen des 19jährigen Mondzyklus geteilt werden. In den so entstandenen kleinen Quadraten sind die Lunarbuchstaben von A-O (I-XIIII) für das Mondalter von Luna I (Neumond) bis Luna XIIII (Vollmond) zu finden.
    • 2r Quadriertes Diagramm zur Errechnung des Mondalters am Monatsersten im 19jährigen Mondzyklus ohne Hilfslinien Ciclus lunaris unde XX annorum per Kalendas quasque regulares ad Kalendarum lunam inveniendam (PL 90, 753A-754A; Jones 1939, 64; CCL 123C, 550 : Epactae lunares in Kalendis). Vertikal von links nach rechts die Kolumnen Anni, Epactae, Ianuarius bis December und Lunarbuchstaben von A-O (I-XIIII= Luna I-XIIII). Horizontal in den 19 Zeilen des 19jährigen Cyclus lunaris die Zahlen von I-XXX (Tage des vollen Mondmonats=Mondalter am Monatsersten während der 19 Jahre des Zyklus). Text unter dem Diagramm Primo decennovennalis anno in quo nullae sunt - per argumentum compotatur (vgl. Beda, De temporum ratione, Cap. XX: CCL 123B, 346-349).
    • 2v Quadriertes Diagramm des 28jährigen Sonnenzyklus ohne Hilfslinien Ciclus solaris XX octo annorum per kalendas. Vertikal die Kolumnen der Jahreszahlen des 28jährigen Zyklus I-XXVIII, B(issextus)=Schaltjahr, Concurrentes (I-VII, epactae solis, Wochentagszahlen: Sonntag=I bis Samstag=VII), Kolumnen der Monate von Martius bis Februarius mit den Zahlen von I-VII. Darunter Regulares ad ferias kalendarium inveniri, Martius bis Februarius V, I, III, VI, I, IIII, VII, II, V, VII, III, VI. Qui videlicet regulares hoc specialiter indicant quota sit feria pro kalendas eo anno quo VII sunt concurrentes. Ceteris vero annis addes concurrentes quotquot in praesenti fuerint adnotati ad regularem mensuum singulorum etc. diem kalendarum sine errore repperies (vgl. Beda, De temporum ratione, Cap. XXI: CCL 123B, 346-350).
  • 3r-8v Titel: Kalendar mit astronomisch-komputistischen Daten und einigen wahrscheinlich gleichzeitigen Nachträgen. Besondere Feste:
    • 3v Incipit: In Christi nomen incipit liber annalis . 15.2. Incipit: Diabolus superatus, recessit a Domino nostro Iesu Christo (Fest der Versuchung Christi).
    • 4r 25.3. Incipit: Adnuntiatio archangeli ad sanctam Mariam et Dominus crucifixus est.
    • 5v 5.6. Incipit: In natale sancti Bonifacii episcopi et martiris, 12.6. Incipit: Natalis sanctorum Basilidis, Primi, Naboris et Nazarii, 21.6. Incipit: Natalis sancti Albani martyris.
    • 7r 1.9. Incipit: Translatio corporis et dedicatio aeclesiae sancti Nazarii.
    • 7v 1.10. Incipit: Natalis sanctorum Remigii et Germani episcoporum.
    • 8v Am Ende des Kalendars: Expliciunt iiii tempora anni, menses xii, ebdomadae lii et una dies, ccclxv dies, et vi, horae viiiidcclx momenta cccldclx.
  • 9r-22v Tabellen des 19jährigen Osterzyklus nach Dionysius Exiguus und Beda Venerabilis, beginnend mit dem Jahr 532 n.Chr. und endend 1063 , insgesamt 28 Cycli decemnovennales.
    • 9r Incipit: Primus Dionisii circulus indictio III ordine primo. Die Kolumnen enthalten folgendes: 1. B (Bissextiles anni=Schaltjahre), 2. Anni Domini (Jahreszahlen, gezählt ab 532 A.D.), 3. Indictiones (Zahl im Zyklus von 15 Regierungsjahren), 4. Epactae (lunares-Zahlen für das Mondalter), 5. Concurrentes, 6. Circulus (Zahlen der Jahre im 19jährigen Zyklus), 7. XIIII luna (Daten für den Vollmond im März bzw. April der Jahre im Zyklus), 8. Dies dominica (Daten für den Ostersonntag im Zyklus), 9. Luna in pascha (Zahlen für das Mondalter an Ostern), 10. OGDOAS, ENDECAS (Achtjährig, elfjährig im Zyklus), 11. Annales. Annalistische Weltchronik, beginnend beim Jahr 533 mit Incipit: Iesus Christus Dei filius natus est anno xlii Octaviani Augusti und endend mit 1051 ( 527 ), dem Regierungsantritt des Kaisers Justinian ( 527-565 ). Die Regierungsantrittsdaten der nachfolgenden römisch-byzantinischen Kaiser und fränkischen Könige bis zu Karl dem Großen ( 15r ) finden sich bei den entsprechenden Jahreszahlen der Zyklen (auf die Jahre A.D. 1ff. umgerechnet bei: Jaffé /Wattenbach 1874, 131-133).
    • 23r Leer, vielleicht vorgesehen für Titel und Kapitelreihe des folgenden Traktates.
  • 23v-35r Autor: Beda Titel: De natura rerum - Titel: Naturlehre (CCL 123A, 192-234 ). Ohne Titel, Kapitelreihe und Kapitelzahlen (I-LI). Operatio divina, quae saecula creavit - usque ad occidentem extenditur. Alle Anfänge der 51 Kapitel mit Initialen. Hervorzuheben sind: 23v O(peratio) , 24v C(aelum) , 28r L(unam) , 29r d(efectus) , 30r V(entorum) , 32r A(estus) , 32r Q(uod) , 32v A(qua) .
  • 35r-45v Autor: Beda Titel: De temporibus und Ex Bedae computo.
    • 35r-43v Autor: Beda Titel: De temporibus - Titel: Die Lehre von der Zeitrechnung und der Errechnung des Osterfestes; die sechs Weltalter (CCL 123C, 585-611).
      • 35r Ohne Titel, Kapitelreihe. Die Titel zu den XXII Kapiteln wurden vom Korrektor in hellerer Tinte in die Zwischenräume oder an den Rand geschrieben. Incipit: Incipit liber secundus. De temporibus I. Tempora momentis, horis, diebus - reliquum sextae aetatis Deo solo patet. Finit. Hervorgehobene Initialen: 35v N(ox), 36v S(olistitia), 37r B(issextus).
    • 43v-45r Titel: Ex Bedae computo - Titel: Auszüge aus Bedas Lehre von der Zeitrechnung (CCL 123C, 658-659).
    • 43v-44r Venus und Merkur in ihrer Bewegung Incipit: Itaque stella Veneris et Mercurii - aetheris metas peragat .
    • 44r-44v Titel: De apsidibus planetarum - Titel: Von der Erdnähe und Erdenferne der Planeten Circulus zodiacus qui XII signis - sed potius lxx dierum numerum reddat .
    • 44v-45r Argumentum ad inveniendam XIIII lunam - Hinweis zum Auffinden der Luna XIIII (=Vollmond) Sume regulares - per septenos multiplicare.
  • 45r-52v Autor: Beda Titel: Brief an Wictheda über die Osterfestberechnung und andere Kurztraktate .
    • 45r-49v Incipit: Reverentissimo ac sanctissimo fratri VVictaedae - aut ante aequinoctium fuisse confirmet (CCL 123C, 635-642).
    • 49v-51r Fortsetzung des Briefes Incipit: Primo anno circuli decemnovennali XXX est luna - cotidie tardius veniret tardiusque redderet (PL 90, 605B-606D ; Jones 1939, 43).
    • 51v Tafel mit den Ordnungen der Zahlen (vgl. PL 90, 643-644; Jones 1939, 43 ): 1. Cardinales numeri, unus, duo, tres (1, 2, 3). 2. Ordinales, primus, secundus (der erste, der zweite). 3. Dispertivi, singuli, bini (zu einer Person, zu zweit). 4. Adverbiales, semel, bis (einmal, zweimal). 5. Ponderales, simplum, duplum (einfach, zweifach).
    • 52r Tafel mit der Benennung und Erklärung der Griechischen Zahlen: 1. Griechische Buchstabenreihe mit den Buchstaben für 1-10, 20, 30 usw. bis 900. 2. Die griechischen Wörter für die links danebenstehenden griechischen Buchstaben (Zahlen) und für die 3. rechts danebenstehenden römischen Zahlen. 4. Das griechische Alphabet in Worten ausgeschrieben, lateinisch transkribiert. 5. Die griechischen Tausender in Worten ausgeschrieben, lateinisch transkribiert. 6. Die Tausender in römischen Zahlen geschrieben.
  • 52v-184r Autor: Beda Titel: De temporum ratione ; mit Vorrede und Kapitelreihe ( CCL 123B, 263-544).
    • 52v-53v Incipit: Incipit praefatio. De natura rerum et ratione temporum. 52v d(e) .
    • 54r-55r Incipit: Incipiunt capitula libri sequentis. I De compoto vel loquella digitorum - LXXII (statt LXXI) De septima et octava saeculi futuri.
    • 55v-140r Titel: Cap. I-LXV (Der zeitrechnerische Teil des Werkes) Incipit: Incipit liber Bedae presbyteri de compoto vel loquella digitorum. De temporum ratione - evidentius agnoscant. Explicit liber de temporibus, quem vir huius temporis eruditissimus Beda Anglorum presbyter famulus Christi rogatus a fratribus conposuit. Finis. Initialen: 55v d(e), 57v T(empora) usw. bis 75v Q(uare), 78r P(riscis) , 80r A(ntiqui) , 83v Q(uod) usw. bis 129r P(otest).
    • 55v-59r Interlinear- und Randglossen beispielsweise 57v zu Cap. II aus Isidor, Etymologiae V, xxxiii.
    • 140r-184r Titel: Cap. LXVI-LXXI (Der geschichtsschreiberische Teil des Werkes mit der Weltalterlehre - Chronica maiora) Incipit: De sex huius saeculi aetatibus. De sex huius mundi aetatibus - mereamur accipere palmam. Explicit.
    • 142v Oben Titel: Ergänzung zur Geschichte des Lamech Incipit: E. Beatus Hieronymus in libro Hebraicorum quaestionum ita dicit LXX interpretes ex dictis etc. ( CCL 123B, 467 [127] ); zudem partiell Randglossen und Ergänzungen sowie Notazeichen in feiner Feder ( 9. Jh. ).
  • 184v-192v Titel: Computus-Regeln und anderes.
    • 187v-190v Titel: Zeitrechnung anhand der Fingerzahlen und andere Computus-Regeln Incipit: Incipit calculatio quomodo repperiri possit quota feria - Qui a luna novembris mensis per XXX. XX et VIIII cogitur habere dies (vgl. Beda, De temporum ratione, Cap. I: CCL 123B, 268-273 ; Thorndike-Kibre 727).
    • 190v-192r Titel: Unechte Akten einer unter Papst Victor I. (189- um 199) abgehaltenen Synode (Die sog. Akten des Konzils von Kaisareia) Incipit: Post resurrectionem vel ascensionem Domini salvatoris apostoli quomodo pascha debere observari nihil ordinare potuerunt - sanctificata pascha nobis iussum est celebrare (Mansi I 713-716; Jaffé/Wattenbach 1874, 41; vgl. Krusch 1880, 303ff.; Strobel 1984, 80-83 Übersetzung, 84ff. handschriftliche Überlieferung).
    • 192v Titel: Osterregel (Schluß der Rezension B der sog. Akten des Konzils von Kaisareia) (10. Jh.?) Incipit: Omnis paschalis luna - est luna die dominico paschae etcetera similiter (Krusch 1880, 305).
    • 192v Federprobe Qui stellas numiras quarumti
    • 192v Titel: Computus-Regel (10. Jh.?) Incipit: Memento quod anno bissextili - ne paschalis lunae ratio vacillet.
    • 192v Autor: Cato minor Titel: Gedicht gegen die Schwelgerei (10. Jh.?) Incipit: VERSUS CATONIS CONTRA LUXURIAM. Qui cupis esse bonus, qui vitam quaeris honestam - dilige munditiam corporis atque animae (Jaffé/Wattenbach 1874, 41-42; MGH AA XIV, 237 ; Schaller/Könsgen 13219).

Bibliographie

  • Hartzheim 1752, S. 55, 140
  • Jaffé/Wattenbach 1874, S. 40ff.
  • B. Krusch, Studien zur christlich-mittelalterlichen Chronologie. Der 84jährige Ostercyclus und seine Quellen, Bd. I, Leipzig 1880, S. 305
  • Decker 1895, S. 227, 247f., Nr. 92
  • Förster 1916, S. 5, passim
  • Frenken 1923, S. 53
  • Jones 1929, S. 53ff., Taf. Va, VI
  • Jones 1939, S. 7, 25f., 42f., 46, 64, 68, 104ff.
  • C.W. Jones, Bedae Opera de temporibus, Cambridge (Mass.) 1943, S. 145
  • C.W. Jones, Bedae Venerabilis opera VI: Opera didascalica I-III, Turnhout 1945-1980 (CCL 123B), I S. 176, Nr. 28; II S. 245, Nr. 51; III S. 584, 633, Nr. 6
  • CLA VIII 1959, 1158
  • Jones 1971, S. 18, 32f., Taf. VIIIff.
  • B. Munk Olsen, L'Étude des auteurs classiques latins aux XIe et XIIe siècles, Paris 1982-1989, I S. 65; III/1, S. 82
  • Schmitz 1983, S. 116f.
  • A. Strobel, Texte zur Geschichte des frühchristlichen Osterkalenders, Münster 1984, S. 85
  • Jeffré 1984 , S. 25
  • Schmitz 1985, S. 138, 141
  • Mayr-Harting 1992, S. 53, Anm.83
  • Handschriftencensus 1993, S. 633, Nr. 1067.

Quellenangabe

  • Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung. München 1998. S. 129-132 (Anton von Euw)[Digitaler Volltext]
Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-13165
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-13165
Lizenzangaben

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