Beschreibung von Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 241

Bibliographische Beschreibung

Handschriftentitel
KOLLEKTAR des St. Gereonsstiftes, Köln.
Entstehungszeit
1131-1545
Beschreibstoff
Perg.Hs.
Format
268 mm x 189 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-14153 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 241

Einband

Heller, neuer Schweinslederband.

Geschichte der Handschrift

Provenienz
Herkunft: St. Gereonsstift, Köln. - Privatbesitz? (vgl. Drevesin Analecta hymnica . XII 13).

Inhaltsangabe

  • 1) Fol. 1-14 : MEMORIENBUCH des Gereonsstiftes (das älteste und wertvollste), geschrieben zwischen 1131-1137 , mit Nachträgen bis ca. 1260 , herausgegeben von Paul Heusgen im Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 13 (1931) S. 1 ff.
  • 2) Fol. 1 unten: URKUNDE von 1247 (Bisher ungedruckt, Kopie; darüber steht: Sequens carta habetur in libro rubro, Fol. 89 . Ueber den liber rubeus vgl. Jörres, Urk.B. von St. Gereon pg. III. ). Regest: Wittekind, Chorbischof von St. Gereon (bei Jörres a. a. O. S. 712 1235-1245 urkundl. gen.) stiftet zur Erhöhung der Martyrin Katharina 2 Ohm Wein zur Verteilung an die im Chore an genannten Tagen anwesenden Kanoniker.
  • 3) Fol. 15 : URKUNDE des 12. Jahrh. (?) nicht datiert (Kopie), bisher ungedruckt. Regest: Der Streit des Gereonsstiftes mit seinem Gutsverwalter zu Morstorp (=Morsdorfer Hof, Müngersdorf vgl. Jörres a.a.O. S. 743 ) über die Zugehörigkeit der Decksteiner Mühle zum Morsdorfer Hofe wird zugunsten des Stiftes entschieden.
  • 4) Fol. 15v-25v : HYMNEN (mit Neumen) meist bekannte; über den Fol. 15v stehenden Hymnus: Summe deus precor, der nur hier vorkommt, vgl. Dreves: Analecta hymnica XII 63. - Fol. 15v: schöne romanische Initiale.
  • 5) Fol. 31v : VERZEICHNIS von Wachs- und Geldzinsigen an das Gereonsstift ( 12. Jahrh. ), das bekannte Kölner Patriziernamen enthält.
  • 6) Fol. 26v ff.: Lateinische GEBETE, nach dem Chorgebet zu verrichten. ( Fol. 32 oben steht: von später Hand: Excisum ex antiquo Collectario Ecclesie nostre S. Gereonis substitutus novus ad posterum usum.) Gebete für die im Nekrolog genannten Verstorbenen.
  • 7) Fol. 44v : ALLERHEILIGEN-LITANEI (Über die Anrufung von St. Ursula , Pinnosa und den 11000 Jungfrauen vgl. Levison in Bonner Jahrb. 132, 30).
  • 8) Fol. 51 ff.: BENEDIKTIONEN ( Fol. 51: schöne romanische Initiale E ).
  • 9) VIGILIEN und Kommendationen.
  • 10) Fol. 61v : BENEDICTIO super capsellas et fustes et super eos qui cum his limina apostolorum et aliorum sanctorum petituri sunt.
  • 11) Fol. 66v : der scheinbar unter dem ersten Eindruck des Ereignisses geschriebene Bericht über die Erschlagung des Grafen Wilhelms d. Gr. von Jülich zu Aachen ( 1277 ), der aus unserer Hs. auch in das im Düsseldorfer Staatsarchiv befindliche Kollektar des St. Gereonsstiftes überging, aus dem ihn Kelleter im Korrespondenzblatt der Westd. Ztschr. Bd. XIII (1894) Nr. 138, Sp. 219 , abgedruckt hat. Doch fehlen nach freundl. Mitteilung des Herrn Staatsarchivrats Dr. Lau, Düsseldorf , bei Kelleter die Worte, die in unserer Hs. hinter "Wilhelmum primogenitum" stehen. "et alios duos"
  • 12) Fol. 66v : VERSICULA etc.
  • 13) Fol. 68v : STATUTUM ECCLESIE (S. Gereonis) de anno 1361, mense Octobris (Kopie). Anscheinend nicht gedruckt. Regest: Wie schon 1219 (Dörres a. a. O. Urk. n. 73 ) bestimmt wurde, sollen Edelkanoniker von St. Gereon erst nach 3 Jahren, Priesterkanoniker aber erst nach 2 Jahren Wartezeit in den Genuß ihrer Pfründe gelangen. Den Vorgängern im Besitz jeder einzelnen Kapitelspfründe, wenn sie durch Tod freigeworden, deren Erben soll das Stift aus den Einkünften der Pfründe noch 2 Jahre lang eine jährliche Gnadenzahlung von 40 laufenden Gulden gewähren; alle übrigen Einkünfte sollen in den Jahren der Exspektanz ganz der Kirchenfabrik zufallen. Die Memorien der Verstorbenen sollen nach dem letzten Willen der Schenkgeber gefeiert und die dabei üblichen Distributionen vorgenommen werden.
  • 14) URKUNDE vom Jahre 1277, 18. Jan. betr. Verpachtung des Stiftshofes zu Lachem (bei Merkenich ) an den Kolonen Theodor genannt Dechant . (Kopie). - Gedruckt bei Ennen, Quellen d. St. Köln III 136. Regest bei Jörres a. a. O. S. 167 , der aber irrig 1278 als Datum angibt.
  • 15) Fol. 69v und 70 : Undatierte URKUNDE (Kopie) über die erste Verteilung der Weinberge des Gereonsstiftes zu Niederbachem . Die Namen der hier genannten Edelkanoniker gehören nach Jörres (Register) dem Ende des 13. Jahrh. und dem Anfang des 14. Jahrh. an.
  • 16) Fol. 69v oben: URKUNDE von 1433, 1. Okt. (Kopie). Ungedruckt. Regest: Der Dechant und alle Kanoniker von St. Gereon beschließen, wie schon vor 6 Jahren, daß die Einlieferung der Schweine durch die Pächter an das Stift am St. Remigiustage zur Zeit der Hochmesse, nicht zur Zeit der ersten oder zweiten Vesper erfolgen solle. - Die hier Genannten, der Dekan Gottfried und der Chorbischof Werner von Wittgenstein , fehlen bei Dörres a. a. O.
  • 17) Fol. 69v unten: URKUNDE von 1288 (Kopie). Ungedruckt. Regest: W(alramus), Propst von Aachen und Graf von Jülich , verbietet auf Bitten des Propstes Werner von St. Gereon seinem Beamten H. von Gevenich streng, das Gereonsstift im ruhigen Besitz und Genuß seiner Güter zu Viersen , Oeckhoven (Kr. Grevenbroich) , Gereonsweiler und anderswo noch ferner irgendwie zu stören, wie er bisher durch Beschlagnahme der Früchte usw. es getan, und befiehlt, nach Allerheiligen noch beschlagnahmte Früchte dem Propst zurückzugeben.
  • 18) Fol. 70v : CONCLUSIONES in disciplinis servandae.
  • 19) Fol. 71 : URKUNDE von 1244, Mai (Kopie). Erzb. Konrad von Köln gewährt den Kanonikern von St. Gereon ein zweites Gnadenjahr, da diese ihm für 1244 1/10, für 1245 1/20 ihrer Einkünfte freiwillig geschenkt haben. - Gedruckt bei Dörres a. a. O. S. 117.
  • 20) Fol. 71 unten: NOTIZ über Einkünfte des Gereonsstiftes zu Nettesheim .
  • 21) Fol. 71v : RESPONSORIUM (mit Neumen) auf die hl. Martyrer (St. Gereon u. Gen.).
  • 22) Fol. 73r : URKUNDE vom 2. Aug. 1519 (Kopie). Ungedruckt. Regest: Petrus Sele, Scholaster , und benannte Kanoniker von St. Gereon beschließen: 1. nach dem Privileg des Papstes Honorius III. vom J. 1224 sollen nur die Kanoniker an Wein und anderen Spenden teilhaben, die wenigstens 4 Monate im Jahre Residenz gehalten haben und am St. Gereonsfeste wenigstens bei der 1. oder 2. Vesper sowie bei der hl. Messe oder bei der Matutin im Chore anwesend waren, - 2. das sogenannte Superest, d. h. der Rest der täglichen Anwesenheitsgelder für den Chordienst, soll nur residierenden Kanonikern verhältnismäßig zufallen, - 3. die Jahre der Exspektanz eines Priesterkanonikates oder einer Pfründe sind zu berechnen vom Tage der Zuweisung des Besitzes der Pfründe durch das Kapitel oder wenigstens vom Tage der Vorweisung der Provisionsurkunde im Kapitel, - 4. ein Gnadenjahr soll nur den Erben von Kanonikern, die residierten, gewährt werden, - 5. als anwesend im Chore gelten hinsichtlich der Distributionen auch kranke oder sonst durch ein Hindernis der Natur oder des Alters verhinderte Kanoniker. - 6. Der Offizial von St. Gereon hat jährlich die Rechnung dem Kapitel vorzulegen.
  • 23) Fol. 75 : Notarielle URKUNDE vom 12. Okt. 1545 (Kopie). Ungedruckt. Regest: Johannes Gropper, Scholaster , und benannte Kanoniker von St. Gereon beschließen: Keiner darf künftig ins Kapitel von St. G. aufgenommen werden, der außer dem gewöhnlichen Eid nicht auch noch einen speziellen Eid abgelegt hat, daß er sich an den Glauben und die Gesetze der römisch-katholischen Kirche halten und mit dem ganzen (Klerus der Stadt Köln den hl. katholischen Glauben verteidigen wolle. Zuwiderhandelnde sollen vom Amte und Benefizium suspendiert werden. (Berufung auf das Privileg des Papstes Honorius III. vom J. 1224 .)

Quellenangabe

  • Heusgen, Paul: Der Gesamtkatalog der Handschriften der Kölner Dombibliothek. In: JKGV 15 (1933), S. 12-8 [Digitaler Volltext]
Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-14153
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-14153
Lizenzangaben

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