Beschreibung von Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 212

Bibliographische Beschreibung

Sammeltitel
Kirchenrechtliche Sammelhandschrift
Entstehungsort
Südfrankreich
Entstehungszeit
Ende 6. Jh.
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
II + 171 Blätter
Format
334 mm x 266 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-15629 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 212

Überblickbeschreibung

Kirchenrechtliche Sammelhandschrift

Die Handschrift ist ein bedeutendes Zeugnis des Kirchenrechts und der Kirchenrechtsgeschichte, aber auch der spätantiken Buchkunst in ihrem Übergang zur mittelalterlichen. Die Textfolgen legen eine Entstehung dieser Sammlung von Konzilsbeschlüssen (Canones) und päpstlichen Schreiben zu Rechtsfragen (Dekrete) um die Mitte des 6. Jahrhunderts in Südgallien (Lyon, Marseille) nahe. Sie entstand offenbar im Anschluß an die gallischen Konzilien und darf zu jenen Werken gezählt werden, die der Reform der merowingischen Kirche dienen sollten. Diese Sammlungen mündeten alsdann in die vetus Gallica' ein, zu deren Vorläufern auch die Texte unserer Handschrift gehören (vgl. Mordek 1975, S. 37ff.). Neben den auf der Ausgabe der Canones des Dionysius Exiguus (gest.vor 556) beruhenden Apostelcanones und den Canones der griechischen Konzilien (I) bringt die Sammlung Canones der Konzile Galliens sowie entsprechende Synodalschreiben und Dekrete (II-IV). Da der jüngste Text (115vff.) die Canones des 5. Konzils von Orléans (549) enthält, kann die Sammlung nicht vor der Mitte des 6. Jahrhunderts entstanden sein. Zum Schluß bringt sie Akten und Schreiben, in denen der Monophysitismus verurteilt wird, den Eutyches von Konstantinopel (um 378-nach 454) vertrat. Er gestand Christus nur eine Natur, nämlich die göttliche, zu. Diese Lehre wurde auf dem ökumenischen Konzil von Chalkedon (451) verurteilt, dessen Canones die Handschrift jedoch nicht enthält.

An der Entstehung des Buches waren mehrere Schreiber beteiligt, die in der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts in Südgallien (Lérins, Lyon, Marseille) tätig gewesen sein müssen. Offensichtlich besorgten sie auch den Schmuck, der in einzelnen Lagen verschieden ausfällt. Die ersten elf Lagen enthalten keinen farbigen Initialschmuck. Er findet sich vorwiegend in den Canones usw. der gallischen Konzilien (Lagen 12-18). Die Initialen sind zumeist Unzialbuchstaben, die bisweilen als Kreuz ausgezeichnet werden (91r, 98r). Das wesentliche Element bei fast allen beteiligten Händen bildet der Fisch als Initialkörper. Er hat zwei Urformen, nämlich den Delphin (113r, 132v, 143r) und den gewöhnlichen Fisch (93v, 129v), dessen Kopf gleichsam zu einem Vogelschnabel zugespitzt ist. Eine besondere Auszeichnung erhält die Initiale d(ilectissimo) (123v) durch die Bekrönung mit dem Kreuz sowie einem an der Traube pickenden Vogel. Die in den Farben Minium, Grün, Gelb und Purpur gehaltene Füllung von Buchstabenkörpern der Titel und Initialen findet sich vorwiegend in den Lagen 17-20.

Bemerkenswert ist der Schmuck des Textendes in feiner Federzeichnung (167v). Auch hier zeigt sich am Vorkommen des Kantharos (Henkelvase), ähnlich wie am Delphin im Initialschmuck, das unmittelbare Entwachsen dieser Kunst aus der Spätantike. Der Kantharos findet sich zudem als Schmuck der Kapitelle der Doppelarkaden mit dem Papstkatalog (168v-169r). Sie stammen ohne Zweifel von der Hand des Explicit-Schreibers, wodurch das "Diptychon" mit der Päpsteliste unmittelbar als zur Handschrift gehörig ausgewiesen ist. Daß Schreiber A die Liste mit Agapit I. (535-536) abbricht, muß nicht bedeuten, daß die Handschrift bereits in den dreißiger Jahren des 6. Jahrhunderts entstand. Wahrscheinlich reichte die Vorlage nur bis zu Agapit I. Das fehlende Todesdatum Gregors I. (590-604) dürfte ausschlaggebend für die Datierung der Handschrift gegen Ende des 6. Jahrhunderts sein.

Mit seinen Fisch- und Vogelformen, vor allem den Delphinvarianten, steht das Werk insofern am Beginn der merowingischen Buchmalerei, als es die Fische nicht zu Schematismen prägt, die mit dem Zirkel gezeichnet sind, sondern sie in natürlicher Form beläßt (z.B. 122r). Die Zierschrift des Titels Z(osimus) etc. leitet farblich mit dem Minium, Grün und Gelb zur nachfolgenden Initiale über (122r). Im 8. Jahrhundert werden die merowingischen Künstler in den Skriptorien von Chelles und Luxeuil mit diesen Farben und Formen in ihren künstlerisch bedeutendsten Handschriften (Rom, Bibl. Vaticana, Reg. lat. 316 und 317) eine hochstilisierte Buchkunst entwickeln. Unsere Handschrift enthält in Lage 16f. zudem Initialen, die Ansätze zu vegetabilem Schmuck zeigen (109r, 122v). Auch sie werden in merowingischen Handschriften (z.B. Rom, Bibl. Vaticana, Pal. lat. 493) zu vollkommenen Gebilden entwickelt (vgl. Zimmermann 1916, S. 168ff., Taf. 44ff.).

Zustand und Zusammensetzung

Lagenstruktur
Lagen 12, 26, 38-1, 4-148, 156, 16-178, 18-196, 20-238, 24-252 ;
Seiteneinrichtung
Schriftspiegel 246-254 mm x 202 mm ;Blindliniierung; einspaltig; 29-30 Zeilen.

Schrift und Hände

Lateinischer Text in hell- bis dunkelbrauner Halbunziale, rubriziert; Auszeichnungsschriften: Capitalis Rustica, Uncialis und Mischtyp aus Uncialis und Minuskel, 169v-171r in frühkarolingischer Minuskel;

Buchschmuck

  • Einige Titel in Capitalis Rustica mit Minium, gelb schattiert (94r), bisweilen von Wort zu Wort farbig wechselnd (131r Minium, Grün, Purpur, Gelb); Anfänge der Canones usw. in Form von Majuskeln in Tinte oder Minium, meist unzial; in einigen Lagen (12f.) kleinere Initialen in Minium und Gelb, in anderen (14ff.) größere in Federzeichnung, mit gelb und grün gefüllten Buchstabenkörpern zumeist in Fischform; an einigen Fischen ist die ursprüngliche Delphinform erkennbar; Doppelarkaden auf Fol.II in braun lavierter Federzeichnung, diejenigen auf 168v-169r ohne Lavierung.

Einband

Einband: Kalbleder mit Blindprägung über Holz; Einzelstempel: verschiedene Rosetten; Streicheisenlinien: Rautenmuster; Nagelspuren eines heute verlorenen Metallbeschlages (Mitte 18. Jh.).

Geschichte der Handschrift

Provenienz
Der auf Iv als Federprobe geschriebene Satz (übersetzt) "Im Namen Gottes denke daran, (mein) Sohn Hildebald , daß wir ein armes Leben führen" bietet ein Indiz dafür, daß die Handschrift schon zur Zeit Erzbischof Hildebalds (vor 787-818) in die Dombibliothek gelangt war. Wie die zweite Lagensignierung und die Unterschrift Sigibertus bindit libellum, die beide von derselben Hand stammen, erkennen lassen, hat Sigibert das Buch, das möglicherweise auf den ersten Seiten beschädigt war, neu gebunden oder binden lassen. Das Wort bindit ist demnach mit McKitterick (1985, S. 110) als latinisiertes, altenglisches Wort (bindan) zu deuten, das einbinden heißt. Möglicherweise war Sigibert Angelsachse oder Friese. Doch kann er, wie aus dem technischen und paläographischen Befund hervorgeht, unmöglich auch der Schreiber von Dom Hs. 213 sein, was McKitterick (1985, S. 111) annahm. Eher wird man dem Gedanken Mordeks (1994) nachgehen und eine Gemeinsamkeit mit Sicipert, dem Schreiber der Canonessammlung Vat. Reg. Lat. 1997 erwägen. Auftraggeber dieser Handschrift war Bischof Angilram von Metz (768-791), Leiter der Hofschule Karls des Großen in den Jahren 784-791. Sicipert könnte später in den Dienst Hildebalds getreten sein, der 791 an die Spitze der Aachener Hofkapelle Karls des Großen (768-814) trat. Darmstadt 2326.

Inhaltsangabe

  • Ir-IIv und 1r-27v Canones früher griechischer und lateinischer Konzilien, Novelle Valentinians III. ( 424-455 ).
    • Ir Bibliotheksvermerk und Stempel.
    • Iv Federproben: Beginn eines Kapitelverzeichnisses I De ordinatione episcopus (!) et ceterum (9. Jh.); zudem: dinminationi, In Dei nomen Hildibaldus memor (?) esto (?) fili quoniam pauperes vitam gerimus (9. Jh.); Zeichnung eines Vogels von derselben Hand.
    • IIr/v Unter Doppelarkaden Inhaltsverzeichnis des gesamten Buches (unvollständig) endend mit LXX Can. Grangensis (!).
    • 1r Prolog des Dionysius Exiguus Incipit: INCIPIT PROLOGUS DE CANONIBUS SANCTORUM APOSTOLORUM. d(omino venerando mihi patri Stephano) (Maassen 576; Strewe 1 ; CCL 85, 39-40).
    • 7r Metrische Vorrede, Kapitelverzeichnis, Canones, Glaubensbekenntnis und Unterschriften des ökumenischen Konzils von Nikaia I. ( 325 ) ( Maassen 8ff., 576; Turner I, 104-143; Strewe 24,14-31,6).
    • 19r Acht Anathemata des Konzils von Karthago ( 418 ) gegen den Pelagianismus und die Disziplinarstatuten ( Maassen 169, 577; PL 67, 217-219).
    • 26v Valentinian III., Novelle 17 S(upraestio paganis) (Maassen 326, 577).
    • 27r Valentinian III., Novelle 16 De primatibus ecclesiae catholicae (Maassen 326, 577).
  • 28r-69v Canones und Synodalschreiben der gallischen Konzilien mit den Unterschriften der Teilnehmer.
    • 28r Synodalschreiben an Silvester I. ( 314-335 ) und Canones des 1. Konzils von Arles ( 314 ) ( Maassen 188, 577 ; CCL 148, 9-17).
    • 30v Canones des Konzils von Nîmes ( 394 ) ( Maassen 191, 577; CCL 148, 50-51).
    • 31v Canones des Konzils von Orange ( 441 ) ( Maassen 193, 577; CCL 148, 78-87).
    • 34v Canones des Konzils von Vaison ( 442 ) ( Maassen 193, 577; CCL 148, 96-101).
    • 37r Canones des Konzils von Orléans ( 511 ) ( Maassen 204, 578; CCL 148A, 4-14).
    • 40r Schreiben und Canones des Konzils von Valence ( 374 ) ( Maassen 190f., 578; CCL 148, 37-41).
    • 41r Canones des Konzils von Agde ( 506 ) ( Maassen 202ff., 578; CCL 148, 192-212; 217).
    • 48v Schreiben Innozenz I. ( 402-417 ) an das Konzil von Toledo ( 404 ) Saepe me et (Maassen 243, 578; Mansi III, 1066; Wurm 276).
    • 51v Canones des Konzils von Epaon ( 517 ) ( Maassen 204f., 578; CCL 148A, 24-37).
    • 55v Canones des Konzils von Riez ( 439 ) ( Maassen 192f., 578; CCL 148, 63-72).
    • 57r Schreiben des 1. Konzils von Valence ( 374 ) an Klerus und Volk von Fréjus ( Maassen 578; CCL 148, 44-45).
    • 57r Canones des 2. Konzils von Arles ( 442-506 ) ( Maassen 194ff., 578f.; CCL 148, 114-125).
    • 59r Symmachus ( 498-514 ) an Bischof Caesarius von Arles Hortator nos (Maassen 579; Mansi VIII, 212; Wurm 276).
    • 60r Canones des 4. Konzils von Arles ( 524 ) ( Maassen 205, 579; CCL 148A, 43-45).
    • 61r Canon des Konzils von Carpentras ( 527 ) ( Maassen 206, 578; CCL 148A, 48-49).
    • 61v Canones des 2. Konzils von Vaison ( 529 ) ( Maassen 207, 579; CCL 148A, 78-80).
    • 62v Gennadius von Marseille (gest. 492/505 ) Incipit: Definitio ecclesiasticis ordinis dogmatum. Credimus unum esse (Maassen 351, 579; PL 20, 979-1000).
  • 70r-81r Decretales der Päpste von Siricius ( 384-398 ) bis Coelestin I. ( 422-432 ).
    • 72v Innozenz I. an Rufus und die makedonischen Bischöfe ( 414 ) Kap. I Incipit: Magna me gratolatio (Maassen 245, 579; Wurm 69, 277; Jaffé/Wattenbach 1885, 46).
    • 73r Kap. 2-6 Incipit: Item alia auctoritas Innocentii papae des Dekrets Magna me gratulatio (vgl. Maassen 579).
    • 75v Coelestin I. an die Bischöfe von Apulien und Kalabrien ( 429 ) Incipit: Nulli sacerdotum (Maassen 579 , Wurm 70, 138f., 277; Jaffé/Wattenbach 1885, 55).
    • 76r Coelestin I. an die Bischöfe der Provinzen Vienne und Narbonne ( 429 ) Incipit: Ordinatus vero quosdam (Maassen 580; Wurm 277; Jaffé/Wattenbach 1885, 55 ). Das Stück ist ein Teil des Dekrets Incipit: Cuperemus quidem ( 428 ).
    • 77r Siricius an Bischof Himerius von Tarragona ( 385 ), 2. Teil Incipit: De his vero non incongruae (Maassen 580; Wurm 122f., 277; Jaffé/Wattenbach 1885, 40).
  • 84r-131v Canones vorwiegend gallischer Konzilien mit Unterschriften, Decretales und Schreiben an Persönlichkeiten Galliens.
    • 84r Damasus I. ( 366-384 ) an Paulinus von Nola ( 380 ) Incipit: d(ilectissimo fratri Paulino) (unvollständig; Maassen 232, 580; Turner I, 294 und 284ff.; Jaffé/Wattenbach 1885, 38).
    • 86r Synodalschreiben und Canones des Konzils von Turin ( 401 ) (unvollständig; Maassen 191f., 580; CCL 148, 54-58 ). Incipit: SANCTA SYNODUS QUAE CONVENIT IN URBE TAURINALTIO. F(ratribus dilectissimis) .
    • 87r Canones des 3. Konzils von Orléans ( 538 ) ( Maassen 208, 580; CCL 148A, 114-128 ). Initialen:
      • 79v P(rimum),
      • 92r S(i quis),
      • 93r u(t), q(uia),
      • 93v q(uia), q(uodcirca): Fisch, L(upus):Fisch.
    • 94r Canones des 4. Konzils von Orléans (541) ( Maassen 209, 580; CCL 148A, 132-145). Incipit: IN XPISTI NOMINE INCIPIUNT CANONES AURILIANENSES. 94r C(um). Alle 38 Canones werden von Initialen eingeleitet.
    • 100v Canones des Konzils von Lyon ( 518-523 ) ( Maassen 205, 581; CCL 148A, 39-41).
    • 102r Canones des 2. Konzils von Orange ( 529 ) ( Maassen 206, 581; CCL 148A, 55-65).
    • 102r-103v INCIPIUNT CANONES ARAUSICORUM. Zu den Anfängen der Canones Initialen in Tinte, Buchstabenkörper mit Minium gefüllt.
    • 107r Kurzes Schreiben des 1. Konzils von Arles (314) an Silvester I. mit Canones ( Maassen 188f., 581, Ed. 950-951). d(omino): Delphin.
    • 108r Verzeichnis der Provinzen und Hauptstädte Galliens NOTISIA PROVINCIA GALLIARUM vel Gallicanis (Maassen 407f., 581) d(e): zwei Fische.
    • 109r Kaiser Honorius I. (395-423) Constitutio Saluberrima (Maassen 316, 581). F(actam).
    • 110r Kaiser Anastasius II. (496-498) Schreiben an die Bischöfe Galliens (498) B(onum atque iucundum) (Maassen 285, 581; Mansi VIII, 198; Jaffé/Wattenbach 1885, 96).
    • 113r Bischof Cyprian von Toulon an Bischof Maximus von Genf Pervenit ad parvitatem (Maassen 380, 581; MGH Epp. Merowingici et Karolini I/3, 434) EXEMPLAR EPISTULAE CYPRIANI EPISCOPI d(omino): Delphin.
    • 115v Canones des 5. Konzils von Orléans (549) INCIPIUNT CANONES AURELIENSES. A(d divinam) (Maassen 209f., 581; CCL 148A, 148-161).
    • 122r Zosimus an die Bischöfe Galliens (417) ( Maassen 248, 581; Mansi IV, 359; Wurm 278; Jaffé/Wattenbach 1885, 48) Z(OSIMUS UNIVERSIS EPISCOPIS PER GALLIAS) P(lacuit): zwei Fische.
    • 123v Symmachus an alle Bischöfe Galliens (513) Sedis apostolicae (Maassen 287, 582; Mansi VIII, 226; Wurm 278; Jaffé/Wattenbach 1885, 99). d(ilectissimis):an einer Traube naschender Vogel und Kreuz als Bekrönung.
    • 125r Canones des ökumenischen Konzils von Nikaia I. ( 325 ) in der verkürzten Fassung des Rufinus von Aquileia ( um 345-411/412 ) mit metrischer Vorrede ( Maassen 33f., 582; Turner I, 171-241; Wurm 278).
    • 127r Anfang des Synodalschreibens des 1. Konzils von Valence ( 374 ) (vgl. Maassen 582).
    • 128v Canones des Konzils von Riez ( 439 ) (vgl. 55v-57r ; Wiederholung: Maassen 582).
    • 129v Caesarius von Arles, De monachis Incipiunt capitula sancti Augustini de monachis et sanctimonialibus. M(emento uxoris Luth) (Maassen 583; CCL 103, 558-559).
    • 130v Constitutio Cum ad civitatem des Konzils von Marseille (533) ( Maassen 207, 583; CCL 148A, 85-86). C(um):Fisch.
    • 131r Constitutio Pervenit nos des Ostgotenkönigs Theoderich (474-526) ( Maassen 342, 583; Mansi VIII, 345). INCIPIT PRAECEPTIO IMOLEX DATA AD GLORIOSISSIMO rege Theudoricho d(omituri):Fisch.
    • 131v Auszüge aus den Canones 4, 6, 7 und 8 des römischen Konzils von 502 (Maassen 583).
  • 132v-169r Actio VII des Konzils von Konstantinopel ( 448 ); Schreiben gegen die Monophysiten, vor allem gegen Eutyches von Konstantinopel; Liste der Päpste.
    • 132v Akten der 7. Sitzung des Konzils von Konstantinopel (448) mit der Verurteilung des Monophysiten Eutyches ( Maassen 138f., 583; vgl. Mansi VI, 503-504, 650). INCIPIT DEFINITIO ADVERSUS EUTHYCEM. C(ongregata): Fisch.
    • 135v FINIT GESTA SYNODI .
    • 136r Schreiben des Bischofs Flavianus von Konstantinopel an Leo I. Incipit: Nulla res diaboli (Maassen 368, 583). INCIPIT EPISTULA FLAVIANI EPISCOPI CONSTANTIPOLITANI AD LEONEM d(omino): Fisch.
    • 143r Leo I. an Rusticus, Ravennius, Venerius und die übrigen Bischöfe Galliens (452) Incipit: Impletis per misericordiam (Maassen 266f., 583; Mansi VI, 185; Jaffé/Wattenbach 1885, 67). d(ilectissimis):Fisch.
    • 144r Leo I. an Kaiserin Pulcheria ( 414-453 ), Zu den Irrtümern des Monophysitisten Eutyches ( 449 ) Incipit: Quantum praesidii (Maassen 262, 584; Mansi V, 1401; Jaffé/Wattenbach 1885, 62).
    • 147r Leo I. (440-461) an Bischof Julianus von Kos (449) über die Irrtümer des Eutyches Incipit: Licet per nostros (Maassen 263, 584; Mansi V, 1415; Jaffé/Wattenbach 1885, 63). L(icet): Kreuz.
    • 149r Leo I. an Klerus und Volk von Konstantinopel ( 450 ) über die Irrtümer der Manichäer Incipit: Licet de his (Maassen 264, 584; Mansi VI, 58; Jaffé/Wattenbach 1885, 64).
    • 152v Incipit: INCIPIT EPISTULA LEONIS AD LEONEM IMPERATOREM CONTRA EUTICHEN. LEO LEONI AUGUSTO.
    • 153r P(romisisse): zwei Fische.
    • 159r Canones des ökumenischen Konzils von Konstantinopel ( 381 ) in der Version des Pseudo-Isidor ( Maassen 96ff., 584; Turner 406-420).
    • 160r Canones der Konzilien von Ankyra ( 317 ), Neokaisareia ( zwischen 314 und 325 ) und Gangra ( 340/341 ) in der Version des Pseudo-Isidor ( Maassen 96ff., 584; Turner II, 54-114).
    • 165r Gangra ( Turner II, 174-210 ). Initialen:
      • 167r S(i quis):Fisch,
      • 167v q(uemquem) und S(i quis):Fisch- und Entenform.
    • 167v Explicit: EXPLICIT LIBER CANONUM AMEN DEO GRATIAS. Am linken Rand von derselben Hand vertikaler Zierbalken zum Schluß des Textes mit Blattranke, einem Kantharos entwachsend, der gleichsam den Fuß bildet. Am unteren Rand von anderer Hand die Lagensignatur XXI und von dieser Hand auch SIGIBERTUS BINDIT LIBELLUM .
    • 168r Verzeichnis der in q(uaternio) I bis q(uaternio) XV enthaltenen Canones ( wahrscheinlich 8./9. Jh. ).
    • 168v-169r Unter zwei Doppelarkaden in Federzeichnung, von der Hand des Explicit-Schmuckes, Liste der Päpste von Petrus bis Gregor d. Gr., dessen Pontifikatsdaten nicht eingetragen sind. Titel Incipit: INCIPIUNT NOMINA SANCTORUM EPISCOPORUM QUI SEDEM BEATI PETRI SEDERE MERUERUNT - Es beginnen die Namen der hll. Bischöfe, die auf dem Stuhl des seligen Petrus zu sitzen verdienten. Daten und Namen sind auf neun Kolumnen verteilt: 1. dominus, 2. Petrus, 3. sedit, 4. annus, 5. XXV, 6. mensis, 7. duos, 8. dies, 9. tres - Herr Petrus, saß Jahre 25, Monate 2, Tage 3. Das Verzeichnis ist von zwei Händen geschrieben: A schreibt von Petrus bis Agapit I. , B von Silverius (536-537) bis Gregor I. ( Jaffé/Wattenbach 1874, 165f.).
    • 168v Am oberen Rand in karolingischer Minuskel ( wohl 9. Jh. ) semper idest iugiter promo idest berbo .
  • 169v 2. Hälfte der Vorrede des Dionysius Exiguus zum 'Codex canonum Vetus' inviolabilis permanem (PL 67, 141B-142).
  • 170v-171r Leer, bis auf mehrere Federproben.

Bibliographie

  • Maassen 1870, S. 574ff.
  • Jaffé/Wattenbach 1874, S. 93ff., 165
  • Decker 1895, S. 227, 246, Nr. 48
  • A. Chroust 1909, Ser. 2.1. Liefg. 6, Taf. 8
  • Zimmermann 1916, S. 8, 46, 165f., Taf. 41ff.
  • Frenken 1923, S. 54
  • Kdm Köln 1/III, 1938, S. 390, Nr. 1 (Lit.)
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  • The Making of England 1991, S. 162, Nr. 127 (J. Backhouse)
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Quellenangabe

  • Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung. München 1998. S. 105-106 (Anton von Euw) [Digitaler Volltext]
Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-15629
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-15629
Lizenzangaben

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