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Augustinus: Enarrationes in psalmos I-L (Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 63)

Bibliographische Beschreibung

Handschriftentitel
Augustinus : Psalmenkommentar
Entstehungsort
Chelles
Entstehungszeit
um 800
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
264 Blätter
Format
365 mm x 278 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-326 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 63
Katalogsignatur
Jaffé/Wattenbach: LXIII.
Frühere Signatur
Darmst. 2056
Katalogsignatur
Handschriftencensus Rheinland: 1023
Alternative Signatur
Köln, Dombibliothek Hs. 63
Katalogsignatur
HMML Microfilm-No.: 43,593
Frühere Signatur
"67" (earlier shelf mark, f. 1r)

Überblickbeschreibung

Augustinus: Psalmenkommentar

Die drei Codices enthalten in derselben Aufteilung wie die mittlerweile gedruckte Edition den Text der umfangreichen Erläuterungen des Augustinus (354-430) zu den Psalmen 1-50, 51-100 und 101-150. Die 'Enarrationes in psalmos' sind entweder in der Form von kurzen, wenig ausformulierten Erklärungen zu Wortlaut und Bedeutung jedes Psalmverses geschrieben oder sie sind Predigten an das Volk, die Augustinus im Anschluß an die Textverlesung gab. Oft beginnen die Darlegungen mit Hinweisen auf Ausführungen des Vortages, so daß man einer Tag für Tag, Psalm für Psalm fortschreitenden Unterrichtsreihe über das bereits in der Alten Kirche so beliebte Psalmenbuch beizuwohnen glaubt.

Das monumentale Werk wurde von insgesamt zehn Frauen abgeschrieben, die jeweils an das Ende des von ihnen bearbeiteten Teiles ihren Namen setzten: in Dom Hs. 63 Girbalda ( 86v), Gislildis ( 174v), Agleberta ( 263v), in Dom Hs. 65 Adruhic ( 73v), Altildis ( 151v), Gisledrudis ( 224v), Eusebia ( 289v) und ein mit den letzten Blättern verlorener Name, schließlich in Dom Hs. 67 Vera ( 105v) und Agnes ( 183v). Sie alle schrieben eine exakte karolingische Minuskel mit charakteristischen Eigenheiten, die Uncialis und gemischten Majuskeln der Titel und Psalmenzitate sind rubriziert und sauber ausgeführt, die seltenen Korrekturen meist ordentlich am unteren Textrand nachgetragen. Rubriziert sind in der Regel auch Incipits und Explicits, allerdings fehlen z.B. im Teil der Altildis ( Dom Hs. 65, 74r-151v) häufig die Auszeichnungen der Psalmenzitate oder manchmal sind irrtümlich Textteile rubriziert (z.B. Dom Hs. 67, 75r). In allen drei Codices finden sich, wenn auch nicht zahlreich, mehrfarbige Initialen. Lediglich in Dom Hs. 67 werden die ersten beiden Psalmen durch farbige Hohlkapitalen, zu Beginn sogar mit Flecht- und Schlangenbändern sowie einer Fischinitiale, feierlich hervorgehoben. Zumindest vier der Schreiberinnen wirkten auch an einer zweiten Abschrift desselben Werkes mit, von der Teile in einer Berliner Handschrift erhalten sind ( Staatsbibl., Phillipps 1657; vgl. CLA VIII 1959; Bischoff 1966, S. 20 ). Eine Reihe weiterer Codices derselben Herkunft (etwa zwischen 785 und 810 entstanden) und der Ornamentstil haben Bischoff (1966) vermuten lassen, daß die Dom-Handschriften 63, 65 und 67 aus einem gut ausgestatteten Nonnenkonvent mit diszipliniertem Skriptorium in Nordostfrankreich stammen. Er hat hierfür den Ort Chelles vorgeschlagen, wo die Schwester Karls des Großen, Gisela (757-810), einem Kloster als Äbtissin vorstand. Aus ihrem Briefwechsel mit Alkuin (um 730-804) wissen wir von der Existenz einer dortigen Bibliothek. Die Nachrichten von Nonnen als Schreiberinnen sind zwar zunächst spärlich, ihre diesbezügliche Tätigkeit ist jedoch als gängige Praxis aus englischen Klöstern bekannt und offenbar im 11. Jahrhundert sehr verbreitet gewesen.

Eingebundene Vorsatzblätter in Dom Hss. 63 und 67 tragen den typischen Vermerk der Bibliothek Erzbischof Hildebalds (vor 787-818) CODEX SANCTI PETRI SUB PIO PATRE HILDEBALDO SCRIPTUS - Codex des hl. Petrus, unter dem frommen Vater Hildebald geschrieben -, der in Dom Hs. 65 möglicherweise mit dem Vorsatzblatt verloren ging. Die Codices wurden also vermutlich von dem Erzbischof in Chelles in Auftrag gegeben, der engen Kontakt zum Hof Karls des Großen pflegte.

Überblickbeschreibung aus: Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung, München 1998, S. 75-77 (Alexander Arweiler)

Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-326
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-326
Lizenzangaben

Die Bilder sind unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 veröffentlicht

Diese Beschreibung und alle Metadaten sind unter der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht

Klassifikation