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Smaragdus von Saint-Mihiel: Psalmenkommentar (Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 5)

Bibliographische Beschreibung

Handschriftentitel
Smaragd von Saint-Mihiel : Psalmenkommentar
Entstehungsort
Köln
Entstehungszeit
Anfang 11. Jh.
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
225 Blätter
Format
322 mm x 255 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-1672 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 5
Katalogsignatur
Jaffé/Wattenbach: V.
Frühere Signatur
Darmst. 2007
Katalogsignatur
Handschriftencensus Rheinland: 968
Alternative Signatur
Köln, Dombibliothek Hs. 5
Katalogsignatur
HMML Microfilm-No.: 34,981
Frühere Signatur
"64" (earlier shelf mark, f. 1r).

Überblickbeschreibung

Smaragd von Saint-Mihiel: Psalmenkommentar

Als eine von nur zwei erhaltenen Handschriften, die den Psalmenkommentar des Smaragd überliefern, kommt Dom Hs. 5 eine besondere Bedeutung zu (neben Berlin, Staatsbibl. PK, Ms.lat. fol.755). Noch bevor er etwa im Jahre 809 Abt der lothringischen Benediktinerabtei Saint-Mihiel wurde, hatte Smaragd (gest. nach 825) die dieser Handschrift zugrunde liegende exegetische Schrift verfaßt, in der er hauptsächlich den Psalmenkommentar des Cassiodor (um 485-um 580) verkürzend kompilierte (206r als Quelle benannt). Smaragds Auslegung, in deren Mittelpunkt die Trinität steht, neigt zur Betonung des moralischen Schriftsinns unter leichter Vernachlässigung des wörtlichen und historischen Aspektes (Rädle 1974). Die Strukturierung des Textes durch Initialen folgt der für den Psalter üblichen Dreiteilung (Ps 1, 51, 101), die mit der an der Textauswahl des Stundengebetes orientierten Gliederung (Ps 1, 26, 38, [52], 68, 80, [97], 109) kombiniert wird. Das überlieferte Widmungsgedicht besagt, daß ein vielleicht für den karolingischen Hof gedachtes Originalexemplar prachtvoll ausgestattet war (Rädle 1974). Im Initialschmuck von Dom Hs. 5 haben sich keine Spuren davon erhalten, wenn sich auch ein gewisser Anspruch aus der Initialzierseite ableiten läßt, die durch die verwendete Schriftform und die doppelte, nicht ornamentierte Rahmung sehr monumental wirkt. Das nachträglich mit Minium konturierte, von der Oxidation des grünen Bolus bedrohte goldene Rankenflechtwerk mit den züngelnden Blättern und den Minium-Pünktchen dieser und der übrigen Initialen entspricht dem der Kölner Domschul-Handschriften aus der Everger-Zeit (Dom Hs. 143, Kat.Nr.80 und Dom Hs. 53). Der Schriftduktus und das sich langsam zur rankenden Pflanze entfaltende Flechtwerk (z.B. 28r) legen jedoch eine Datierung zu Beginn des 11. Jahrhunderts nahe, etwa gleichzeitig mit dem vor 1021 wohl in Trier oder Echternach entstandenen Wolbodon-Psalter in Brüssel (Bibl. Royale, Ms.9188-9189).

Überblickbeschreibung aus: Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung, München 1998, S. 225-225 (Ulrike Surmann)

Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-1672
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-1672
Lizenzangaben

Die Bilder sind unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 veröffentlicht

Diese Beschreibung und alle Metadaten sind unter der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht

Klassifikation