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Statuten der Bruderschaft von St. Ursula (Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 1364)

Bibliographische Beschreibung

Handschriftentitel
Statuten der Bruderschaft von St. Ursula
Entstehungsort
Köln
Entstehungszeit
ca. 1360-1453
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
16 Blätter
Format
225 mm x 180 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-1846 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Diözesanbibliothek
Signatur
Cod. 1364
Katalogsignatur
Handschriftencensus Rheinland: 1306

Überblickbeschreibung

Statuten der Bruderschaft von St. Ursula

Die Ursulabruderschaft ("Patrizierbruderschaft") wurde wahrscheinlich bald nach dem großen Pestzug, der auch Köln 1349-1350 heimgesucht hatte, gegründet. In ihr hatten sich Angehörige der sog. Geschlechter, der führenden patrizischen Familien Kölns, zusammengeschlossen. Die Brüder bildeten also eine exklusive Genossenschaft, in die sie nur Standesgenossen aufnahmen. Um die Exklusivität noch zu erhöhen, haben die Stifter die Mitgliederzahl auf vierzig beschränkt. Der Hauptzweck dieser wie auch aller übrigen Bruderschaften war das Totengedächtnis, die Memorie. Ihr dienten die Namenslisten, die in das Bruderschaftsbuch eingetragen worden waren. Zur Totenmemorie fanden sich die Brüder einmal im Jahr in einem Gottesdienst zusammen, in dem der toten und lebenden Mitglieder namentlich gedacht wurde. An dem Tag trugen die Brüder Kerzen in die Kirche und steckten sie auf einen Kerzenbalken. Anschließend richteten die geschäftsführenden Meister ein Mahl aus, an dem alle Genossen teilzunehmen hatten. Am selben Tag legten die Meister Rechenschaft ab und traten zurück; die Brüder wählten danach neue Meister.

Die vorliegende Handschrift wurde wohl um oder kurz vor 1360 angelegt und ist damit eines der ersten in Köln überlieferten Bruderschaftsbücher. Seine Entstehungsgeschichte ist kompliziert: Wahrscheinlich bildeten zunächst die Blätter 1 bis 4 und 14 bis 15 eine Lage, in die die Statuten und die älteste Mitgliederliste eingeschrieben wurden. Da der Platz für Nachträge in der Namensliste bald nicht mehr ausreichte, fügten die Meister noch im 14. Jahrhundert ein Blatt (16) an, in das die Liste von 1393 eingetragen wurde. Schließlich schob man im 15. Jahrhundert die Blätter 5 bis 13 ein, auf die die Meister Zusätze zu den Statuten und weitere Namenslisten mit Nachträgen schreiben ließen. Das Buch blieb während des gesamten 15. Jahrhunderts in Benutzung und wurde erst später durch ein anderes ersetzt. Die Bruderschaft hat bis wenigstens zur Zeit des Gelenius im 17. Jahrhundert existiert, dann verliert sich ihre Spur. Die patrizische Bruderschaft wurde wahrscheinlich schon vor dem Ende der reichsstädtischen Zeit 1794 aufgelöst.

Überblickbeschreibung aus: Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung, München 1998, S. 530-531 (Klaus Militzer)

Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-1846
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-1846
Lizenzangaben

Die Bilder sind unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 veröffentlicht

Diese Beschreibung und alle Metadaten sind unter der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht

Klassifikation