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Augustinus: De civitate Dei (Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 75)

Bibliographische Beschreibung

Handschriftentitel
Augustinus : De civitate Dei
Entstehungsort
Diözeses Salzburg
Entstehungszeit
1. Viertel 9. Jh.
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
206 Blätter
Format
305 mm x 210 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3138 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 75
Katalogsignatur
Jaffé/Wattenbach: LXXV.
Frühere Signatur
Darmst. 2077
Katalogsignatur
Handschriftencensus Rheinland: 1034
Alternative Signatur
Köln, Dombibliothek Hs. 75
Katalogsignatur
HMML Microfilm-No.: 35,088
Frühere Signatur
"78" (earlier shelf mark, f. 1r)

Überblickbeschreibung

Augustinus: De civitate Dei

Den Inhalt bilden die ersten zehn der insgesamt 22 Bücher aus dem Werk 'Vom Gottesstaat' des hl. Kirchenvaters Augustinus (354-430). Dieser erste Teil hat wegen seiner vielen Rückbezüge auf die Antike für das Mittelalter eine besondere Bedeutung. Er bietet in gewisser Weise einen Ersatz für verlorene antike Werke wie beispielsweise die 'Antiquitates' des römischen Universalgelehrten Marcus Terentius Varro (116-27 v.Chr.). Der Inhalt spricht von den Beschuldigungen der Christen bezüglich des Untergangs des Römerreiches (I), von Götterkulten und Schauspielen (II), von den Kriegen der Griechen und Römer (III), von der Theologie der Römer nach der Götterlehre Varros (IV), der göttlichen Vorsehung und der Willensfreiheit des Menschen (V), vom Idealbild des christlichen Herrschers (VI), vom Kult und Gottesdienst (VII), von den griechischen und römischen Philosophenschulen und Philosophen, unter denen Platon dem Christentum am nächsten steht (VIII-X). Jones (1971, S. 62) sah Dom Hs. 75 von fünf Händen unter Erzbischof Gunthar (850-863, gest. nach 871) in Köln geschrieben, was Bischoff (1980, S. 106f.) zu Gunsten Salzburgs revidierte. Er zählt das Buch zu den im Arn-Stil geschriebenen Werken. Dieser Stil wurde im Kloster Saint-Amand ausgebildet und in der Diözese Salzburg im 1. Viertel des 9. Jahrhunderts gehandhabt. Die historische Erklärung dafür liegt in der Person des aus Freising stammenden Salzburger Erzbischofs Arn (785/798-821) , der am Hof Karls des Großen (768-814) Aquila (Adler) genannt wurde. Auf Vermittlung Karls wurde er 782 Abt von Saint-Amand und 798 unter Beibehaltung der Abtwürde der erste Erzbischof von Salzburg sowie Kanzler Karls für Bayern. Auf einen Weg vom Norden Frankreichs nach Bayern und Salzburg weisen auch die Glossen. Stoclet (1984, S. 191ff.) nimmt ihre Entstehung im 7./8. Jahrhundert in Clermont-Ferrand an und sieht in Ms.350 der Bibliothèque Municipale von Cambrai, einer Augustinus-Handschrift aus Saint-Amand, einen Überlieferungsträger für diese Glossen, die alsdann in Clm 6267 der Bayerischen Staatsbibliothek in München und in Dom Hs. 75 auftreten. Clm 6267 zählt nach Bischoff (1974) mit dem darin enthaltenen 'De civitate Dei' zu den im bischöflichen Skriptorium von Freising unter Hitto (811/812-835) geschriebenen Büchern. Parallelen für den Buchschmuck fand Bischoff (1980, S. 99, 130) schließlich in Ms.170 der Bibliothèque Municipale von Valenciennes und in Codex 1080 der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien, beides Handschriften aus Saint-Amand. Vielleicht dürfen wir wie im Fall von Dom Hs. 35 (Kat.Nr.10) auf Erzbischof Hildebald (vor 787-818) von Köln als Besteller der Handschrift bei Erzbischof Arn von Salzburg schließen.

Überblickbeschreibung aus: Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung, München 1998, S. 80-82 (Anton von Euw)

Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3138
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3138
Lizenzangaben

Die Bilder sind unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 veröffentlicht

Diese Beschreibung und alle Metadaten sind unter der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht

Klassifikation