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Prudentius: Carmina et al. (Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 81)

Bibliographic description

Manuscript title
Prudentius : Carmina
Origin place
Niederrhein
Origination date
Ende 10. Jh. und Anfang 11. Jh.
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
112 Blätter
Format
250 mm x 184 mm
Persistent identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3143 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Country
Deutschland
Settlement
Köln
Collection
Dombibliothek
Signature
Cod. 81
Catalog signature
Jaffé/Wattenbach: LXXXI.
caption missing for altIdentifier-former
olim CLXXVI
Darmst. 2082
Catalog signature
Handschriftencensus Rheinland: 1043
caption missing for altIdentifier-alternative
Köln, Dombibliothek Hs. 81
Catalog signature
HMML Microfilm-No.: 35,095
caption missing for altIdentifier-former
"176" (earlier shelf mark, f. 1r).

Overview description

Prudentius: Carmina

Die Handschrift beinhaltet das gesamte Werk des christlichen Dichters Prudentius (geb. 349), der im Mittelalter zu den meistgelesenen Autoren zählte und dessen literarische Qualität von der Forschung erst in den letzten Jahrzehnten wieder zunehmend gewürdigt wurde. Prudentius hat in seinen Werken nicht nur - ähnlich Horaz - die verschiedensten Metra verwendet, sondern auch in vielfältigen literarischen Formen die Fülle christlichen Lebens angemessen darzustellen versucht. Die Tageslieder mit dem griechischen Titel 'Cathemerinon' behandeln den Tageszeiten und Festtagen entsprechende Themen, im 'Peristephanon' besingt der Dichter die ruhmreichen Märtyrer. Während die 'Tituli historiarum' jeweils in vier Hexametern Teile eines biblischen Bilderzyklus in einer römischen Basilika beschreiben, beziehen sich die Langgedichte 'Hamartigenia' auf Ursprung und Formen des Bösen; die 'Apotheosis' schließlich widerlegt die Häresien z.B. der Patripassianer und Sabellianer, aber auch der Juden. Das berühmteste Werk des Prudentius jedoch - besonders im Mittelalter zahlreich nachgeahmt - ist die 'Psychomachie': Hier begründete der Dichter die Gattung des allegorischen Epos in einer Schilderung vom Kampf der Tugenden gegen die Laster als lebendiges Schlachtgeschehen auf der Basis antiker epischer Bauformen und Vorbilder (Vergil, Ovid, Lucan u.v.a.).

Die Texte des Prudentius und große Teile der umfangreichen Randglossierung stammen im wesentlichen von einer Hand, zwei weitere Schreiber fügten in die Leerräume vor und nach der 'Psychomachie' Fülltexte ein. Aufgrund der umfassenden Untersuchung von Stettiner kann es als gesichert gelten, daß der Codex, wie wohl alle erhaltenen, bebilderten Prudentius-Handschriften, auf eine bereits illustrierte Ausgabe des 5. Jahrhunderts zurückgeht. Eine karolingische Abschrift steht an der Spitze einer schweizerisch-süddeutschen Familie, zu der als nächste Verwandte unseres Codex auch drei Brüsseler und eine Berner Handschrift gehören. Leitfäden bei der Verwandtschaftsbestimmung sind zum einen die von der üblichen Reihenfolge abweichende Anordnung der Werke, die mit dem wohl zwischen 863 und 880 in St. Gallen geschriebenen Cod. 264 der Berner Stadtbibliothek und dem Mitte des 11. Jahrhunderts entstandenen Cod. 9968-72 der Bibliothèque Royale in Brüssel übereinstimmt. Zum anderen verweisen die althochdeutschen Glossen neben den zahlreichen lateinischen Anmerkungen auf eine alemannische Vorlage des Kölner Codex.

Überblickbeschreibung aus: Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung, München 1998, S. 317-320 (Alexander Arweiler)

Imprint
Publisher
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Editorial staff
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Place
Köln
Date
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3143
PURL
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3143
Licence

Die Bilder sind unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 veröffentlicht

Diese Beschreibung und alle Metadaten sind unter der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht

Classification