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Burchardus Wormaciensis: Decretum (Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 119)

Bibliographische Beschreibung

Handschriftentitel
Burchard von Worms : Decretum
Entstehungsort
Worms
Entstehungszeit
um 1020
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
204 Blätter
Format
350 mm x 280 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3241 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 119
Katalogsignatur
Jaffé/Wattenbach: CXIX.
Frühere Signatur
Darmst. 2118
Katalogsignatur
Handschriftencensus Rheinland: 1084

Überblickbeschreibung

Burchard von Worms: Decretum

Die wahrscheinlich zwischen 1008 und 1012 in Worms von Bischof Burchard (1000-1025) zusammengestellte kirchenrechtliche Sammlung enthält, wie die Textnachweise am Rand der einzelnen Stücke ergeben (vgl. Hoffmann/Pokorny 1991, S. 173ff.), die gesamte kirchenrechtliche Überlieferung, die von den alten Konzilien bis in die Gegenwart Burchards verfolgbar wird, einschließlich der insularen und kontinentalen Bußbücher. Inhalt und Gliederung des immensen Werkes zeichnen sich in den unten wiedergegebenen Tituli der Bücher deutlich ab. Die Kirche mit ihren Ämtern bildet den Ausgangspunkt (I-III), Taufe und Eucharistie (IV-V) vertreten die Sakramentenlehre der Kirche, Recht auf Leben und Eherecht (VI-VII), geistliche und weltliche Gesellschaftsordnung sowie Bekämpfung von Lastern (VIII-XVII) finden hier Normen und Regeln. Das Bußwesen ist besonders berücksichtigt (XVIII-XIX). Der 'Liber speculationum' (XX) dringt schließlich zur Seele des Menschen, zum freien Willen, zu Gott, den Engeln, dem Antichristen und dem Jüngsten Gericht vor.

Während Kerner (1983) noch die Ansicht vertrat, Dom Hs. 119 sei in den achtziger Jahren des 11. Jahrhunderts entstanden, konnte Hoffmann (1991, S. 20f.) überzeugend darlegen, daß viele der zwölf an der Handschrift beteiligten Schreiber im bischöflichen Skriptorium in Worms tätig gewesen sein müssen und auch an anderen Wormser Dekret-Handschriften mitgeschrieben haben (wie z.B. Rom, Bibl. Vaticana, Pal. lat. 585; Frankfurt, Stadt- und Universitätsbibl., Barth. 50; Bamberg, Staatsbibl., Can. 6). Dom Hs. 119 entstammt somit einem leistungsfähigen Skriptorium des Wormser Domstiftes wohl aus der Zeit um 1020.

Leider gingen der Anfang mit dem Prolog Burchards sowie der Schluß offenbar schon vor der Neubindung im 18. Jahrhundert verloren. Die Handschrift diente sehr wahrscheinlich als Vorlage für die 1548 bei Melchior von Neuss (Novesianus) gedruckte Erstausgabe des Dekrets (vgl. Kerner 1983; G. Fransen/T. Kölzer [Hgg.], Burchard von Worms, Decretum libri XX, [1548] Erg. ND Aalen 1992).

Überblickbeschreibung aus: Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung, München 1998, S. 256-256 (Anton von Euw)

Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3241
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-3241
Lizenzangaben

Die Bilder sind unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 veröffentlicht

Diese Beschreibung und alle Metadaten sind unter der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht

Klassifikation