Beschreibung von Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 139

Bibliographische Beschreibung

Sammeltitel
Pontifikale
Entstehungsort
Köln
Entstehungszeit
Mitte 12. Jh.
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
132 Blätter
Format
269 mm x 187 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-4527 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 139

Überblickbeschreibung

Pontifikale

Dom Hs. 139 und 140 bilden zwei Bände eines Pontifikale, das oft als 'Pontificale Coloniense' bezeichnet, im Codex selbst Pontificale Ecclesie Coloniensis genannt wird (auf dem 2. Vorsatzblatt aus Papier; 18. Jh.). Es handelt sich jedoch um ein für Köln geschriebenes Exemplar des überregional verbreiteten 'Pontificale Romano-Germanicum', also jenes liturgischen Buches für den bischöflichen Gottesdienst, das die 'Ordines Romani' (siehe Dom Hs. 138, Kat.Nr.73) nach der Jahrtausendwende ablöst. Dom Hs. 139 enthält die von der liturgischen Zeit unabhängigen Pontifikalriten: Ordinationsriten, Benediktionen und einen Kirchweihordo. Dom Hs. 140, der 2.Teil des Pontifikale, beschreibt die bischöflichen Feiern im Laufe des Kirchenjahres. Kleinere Textauslassungen führen zu der Annahme, beide Codices seien die Abschrift einer verlorenen älteren Fassung des römisch-deutschen Pontifikale. Daß beide Codices zwar nicht für Köln verfaßt, aber für Köln geschrieben wurden, zeigt sich etwa, wenn in Dom Hs. 139 der neu zu weihende Bischof der Kölner Kirche seine Treue versprechen muß (6r).

Autor des Textes: Andreas Odenthal/Joachim M. Plotzek

Zustand und Zusammensetzung

Lagenstruktur
Lagen 1-128, 1310, 14-158, 1610 ;
Seiteneinrichtung
Schriftspiegel 178 mm x 112 mm ;Metallstiftliniierung mit Versalienspalten ( 9 mm ); einspaltig; 16 Zeilen.

Schrift und Hände

Lateinischer Text in dunkelbrauner bis schwarzer romanischer Minuskel, rubriziert und z.T. neumiert; nachträgliche Ergänzungen und Korrekturen auf den Außenrändern, auch blind eingeritzt;

Buchschmuck

  • Einzeilige Anfangsbuchstaben in Minium oder Schwarz, zwei- bis dreizeilige Anfangsbuchstaben in Minium, z.T. mit ornamentalen oder vegetabilen Motiven im Binnenfeld; mehrzeilige und große Initialen mit pergamentausgesparten Blattranken in Minium auf blauem und blaugrauem Grund.

Einband

Einband: Pergament mit Streicheisenlinien über Pappe (Mitte 18. Jh.).

Geschichte der Handschrift

Provenienz
Für den Gebrauch in Köln geschrieben (6r); Darmstadt 2133.

Inhaltsangabe

  • Auf dem 2. Papiervorsatzblatt nachgetragenenes Inhaltsverzeichnis ( 18. Jh. ).
  • 1r Nachtrag: Titel: Segnung der Altartücher Incipit: Benedictio ad lintheamina altaris ( um 1200 ).
  • 1v-131r Titel: Pontifikale beginnend mit der Bischofsweihe Incipit: Ordinatio episcopi. O(REMUS dilectissimi fratres).
    • 4v Incipit: Incipit examinatio in ordinatione episcopi secundum Gallos. ANTIQUA sanctorum patrum .
    • 6r Incipit: Vis sancte Coloniensi ecclesie
    • 21r Titel: Königsweihe Incipit: Ordo ad regem benedicendum. O(MNIPOTENS sempiterne Deus).
    • 39v Titel: Weihe der verschiedenen kirchlichen Amtsträger (Ostiarius-Priester) Incipit: Ordo qualiter in Romana ecclesia sacri ordines fiunt .
    • 59r Titel: Weihe einer Kirche Incipit: Ordo qualiter dedicatio ecclesiae fieri debeat .
    • 66v-67r ABCDarium: das griechische und lateinische Alphabet werden in die Ecken der Kirche eingeschrieben.
    • 93r Incipit: Missa in dedicatione ecclesiae .
    • 98v Titel: Weihe eines Friedhofs Incipit: Consecratio cimiterii .
    • 101r Titel: Abtsweihe Incipit: Ordinatio abbatis .
    • 106v Titel: Weihe einer Äbtissin Incipit: In ordinatione abbatissae .
    • 113v Incipit: Ordinatio abbatissae canonicam regulam .
    • 117v Titel: Jungfrauenweihe Incipit: Consecratio sacrae virginis .
    • 126v Titel: Witwenweihe Incipit: Consecratio viduae .
    • 131r Nachtrag: Titel: Weihe eines neuen Hauses ( 12. Jh. ).

Bibliographie

  • Hartzheim 1752, S. 105ff.
  • Jaffé/Wattenbach 1874, S. 58f.
  • C. Vogel/R. Elze, Le Pontifical Romano-Germanique du dixième siècle, Bd.III, Vatikanstadt 1972 (Studi e Testi 269), S. 69
  • Ornamenta 1985, I S. 393, 426, 434, Nr.C9 (A. von Euw)
  • Vogel 1986, S. 230ff.
  • Handschriftencensus 1993, S. 654, Nr. 1103
  • H. Schneider (Hg.), Die Konzilsordines des Früh- und Hochmittelalters, Hannover 1996 (MGH Ordines de celebrando concilio), S. 77, 453ff.
  • A. Odenthal, Die Palmsonntagsfeier in Köln im Mittelalter. Zu ihrer Genese anhand liturgischer Quellen des Domstiftes und des Gereonstiftes, in: KDB 62 (1997), S. 280ff.

Quellenangabe

  • Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung. München 1998. S. 412-413 [Digitaler Volltext]
Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-4527
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-4527
Lizenzangaben

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Klassifikation