Beschreibung von Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 13

Bibliographische Beschreibung

Sammeltitel
Hiltfred-Evangeliar
Entstehungsort
Westfränkisch
Entstehungszeit
um 820 n. Chr.
Umfang
195 Pergamentblätter.
Format
36 cm x 26 cm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-8057 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 13
Katalogsignatur
Schulten-1980: Kat. 4

Zustand und Zusammensetzung

Seiteneinrichtung
Zweispaltig

Schrift und Hände

In karolingischer Minuskel geschrieben.

Auf Blatt 54 steht eine lateinische Eintragung, die besagt, daß der Schreiber Hiltfredus bis dahin das Evangeliar geschrieben habe: "a capite usque hic scripsit et requisivit servus vester Hiltfredus".

Buchschmuck

  • Ganzseitige Bilder der vier Evangelisten schmücken das Buch auf den Blättern l, 55, 91 und 152. Alle Evangelisten sitzen frontal auf den Kissen ihrer Throne unter Rundbogenarkaden. Medaillons im Bogenscheitel sind ausgefüllt mit den Symbolfiguren der vier Evangelisten. Am oberen Blattrand stehen die Namen der Symbole homo (Mensch), leo (Löwe), vitulus (Stier), aquila (Adler). Außer Lukas sind die Bilder rechts und links vom Nimbus mit dem Namen der Evangelisten beschriftet. Am einfachsten sind die Bilder der Evangelisten Matthäus und Markus gehalten. Sie sind mit ihren Thronen kleiner. Lukas und Johannes sind größer, rücken nach vorn zwischen die Säulen der Arkade. Die Farbgebung ist reicher, malerischer. Bei Lukas ist das Rundbogenfeld durch Querstreifen gegliedert, der Rundbogen selbst durch ein kräftiges Mäander mit gepunkteten Rosetten geschmückt. Die Clavi auf Tunika und Pallium sind betonter. Ein roter Vorhang öffnet sich in Höhe der Figur und der Deckplatte der Säulenkapitelle. Zipfel des Vorhangs schlingen sich unterhalb der Kapitelle um die Säulenschäfte. Bei Johannes fehlt das antike Vorhangmotiv, das Bogenfeld ist frei, der Bogen selbst geschmückt mit einer Ranke zwischen roten Streifen wie bei Matthäus und Markus.

    Auf der Arkade, rechts und links vom Medaillon mit dem Adlerattribut picken zwei Greifvögel an einer Ranke. Die beiden Bilder von Lukas und Johannes sind von einem mit freier Hand gezogenen roten Strich eingefaßt. Die Ecken der roten Rahmung werden durch ein pfeilförmiges Blättchen betont. Die Bilder sind insgesamt durch Abreibung beschädigt, die besonders beim Bild des Johannes auffällt. - Der Maler muß nach einem der Antike nahestehenden Vorbild mit raschem Pinsel gemalt haben. Das Vorbild, das wir nicht kennen, dürfte von großer künstlerischer Ausdruckskraft gewesen sein und ist wahrscheinlich im byzantinisch-italischen Umkreis zu suchen. Vielleicht gehört das Evangeliar schon zu den Erwerbungen des Erzbischofs Hildebold (785-819) für die Kölner Dombibliothek.

Geschichte der Handschrift

Herkunft
Schrift und Initialen sprechen für eine Entstehung im westlichen Frankenreich, jedoch kann man das Evangelium keiner der großen Schreibschulen zuordnen.

Bibliographie

  • Jaffé-Wattenbach, Nr. 13, p. 6.
  • H. Ehl, Die Ottonische Kölner Buchmalerei, Bonn und Leipzig 1922, S. 17 ff., Abb. 2-3.
  • Paul Clemen: Der Dom zu Köln. Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln, 1. Band, III. Abteilung. Düsseldorf 1938 (2. Auflage), S. 390 f., Fig. 315-316.
  • A. Boeckler, in: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst 3. Folge III/IV, 1952/53, S. 125, Anm. 10.
  • H. Schnitzler, Rheinische Schatzkammer, Düsseldorf 1957, S. 25, Tafel 53 u. 54.
  • Katalog Aachen 1965, No. 494.
  • Rhein und Maas, Köln 1972, Katalog, S. 166, A 7 und S. 165 A 5.
  • Schulten 137.

Quellenangabe

Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-8057
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-8057
Lizenzangaben

Die Bilder sind unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 veröffentlicht

Diese Beschreibung und alle Metadaten sind unter der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht

Klassifikation