Beschreibung von Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 1001a

Bibliographische Beschreibung

Sammeltitel
Evangeliar aus der ehem. Stiftskirche St. Maria ad Gradus in Köln
Umfang
222 Pergamentbll.,
Format
31,6 cm x 22,5 cm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-14637 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Diözesanbibliothek
Signatur
Cod. 1001a
Katalogsignatur
Bloch/Schnitzler: X

Zustand und Zusammensetzung

Zustand
Die Bindung stark gelockert. Die drei letzten Evangelistenbilder sind durch Verschmutzung beeinträchtigt, stellenweise ist die Farbe abgeblättert.
Lagenstruktur
Lagen: 2*IV, V, 5-IV, III, I V, V, III, 9-IV, IV-1, 11, 5*IV, 1+1.
Seiteneinrichtung
einspaltig zu 21 bzw. 26 Zeilen

Schrift und Hände

In karolingischer Minuskel beschrieben. Kapitelanfangslettern in Gold, die Seitenüberschriften in Mennige, sie fehlen von Fol. 145 r an.

Sechs Schreiber (Hand l: fol 9-67r, 73r-96v; Hand 2: 67v-72v; Hand 3: 97v-144v [26 Zeilen]; Hand 4: 145r-195v; Hand 5: 196r-213r [26 Zeilen]; Hand 6: 213r-220 [26 Zeilen]).

Buchschmuck

  • Die vier Evangelien mit jeweils Prolog und Capitula oder Breviarium (bei Johannes in umgekehrter Reihenfolge), einem Evangelistenbild mit vorangestellter Zierseite, rechts gegenüberstehendem Incipit und nachfolgendem Evangelieninitial. Bei Lukas fehlt das Incipit, Zierseite und Evangelistenbild stehen gegenüber, Beginn des Evangeliums mit eigener Textinitiale; zu Johannes eine weitere Zierseite mit dem Evangelienbeginn. Am Anfang des Codex Zierseite (ohne Schrift), Majestas Domini, zwölfseitige Kanonfolge, Hieronymusbild und zwei Vorreden: Novum opus - Plures fuisse, wobei die Erste Vorrede neben der Textinitiale N eine eigene Zierseite mit der Anrede: Beatissimo Papae Damaso Hieronimus besitzt. Am Ende das Capitulare Evangeliorum.
  • l r Zierseite (Bildspiegel 22 cm x 15,2 cm ). Purpurgrund ohne Beschriftung mit blaßviolettem, weiß gehöhtem Rand. Rahmen aus blauen Palmetten sowie lachsrosa Eckpalmetten und Herzblättern, innen silbern, außen golden gefaßt. Die silbernen und goldenen Appliken vor einer hellgrünen Außenrandung.
  • l v Majestas Domini ( 21,2 cm x 14,4 cm ). Der Herr thront in hellblauer Tunika und ockerfarbenem, mit goldenen Punkten besetztem Pallium auf dem blauen, sternbesäten, grün und purpurn gefaßten Weltkreis; in seinem Rücken ein zweiter Kreis, der das schwarzgelockte Haupt mit dem goldenen und silbernen Nimbus, die erhobene Rechte und das mit der Linken vorgewiesene offene Buch (Inschrift in Gold: EGO sv[m] ALPA ET o[mega] primus) hinterfängt. Die Füße ruhen auf dem gelbgrünen Erdkreis. In den vier durch Purpurstreifen horizontal unterteilten Registern des Goldgrundes in Halbfigur oben HIEZECHIEL und DANIEL einander zugewendet und eine Schriftrolle haltend, entsprechend unten ISAIAS und HIEREMIAS. In den Mittelfeldern die vier Wesen mit ihren Bezeichnungen in goldener Capitalis rustica, die Markus- und Lukassymbole in Halbfigur. Rahmung aus rosa, purpurnen, silbernen und mennigfarbenen Leisten.
  • 2r-7v Zwölfseitige Kanonfolge (ohne Akroter 21,3 cm x 15,8 cm ). Purpurner Architrav, goldgefaßt wie auch die Basen, die Deckplatten der farbigen Blattkapitelle und die Giebelschrägen, wozu bei den Bögen noch Silberleisten kommen. Die Zwickel- und Giebelfüllungen purpurviolett, ocker, hellblau, hellgrün und blaßpurpurn, die Blattfriese in den Schrägen grün, blaßoder dunkelviolett und hellblau, die Säulchen nach Farbe, Marmorierung und Musterung in Gold oder Silber zumeist symmetrisch aufeinander, nicht jedoch auf die gegenüberliegende Seite abgestimmt. Das Ganze jeweils von grünen, graublauen, blauen oder olivgrünen, bei den gegenüberliegenden Seiten nur einmal (Fol. 4v und 5r) übereinstimmenden Leisten umfaßt, wobei die Felder über den Giebeln purpurn gefüllt sowie mit blau und grün hinterlegten Gold- und Silberranken besetzt sind; Gold- und Silberknäufe auf den Giebeln. Die Beschriftung in goldener Majuskel, Kapitelzahlen in blaß violetter Tinte, goldene Trennungslinien.
  • 8 r Hieronymusbild ( 21 cm x 14,2 cm ). Der Kirchenvater in ockerfarbener Albe und purpurner Kasel frontal auf purpurnem Thron mit hohem, grau und olivgrün getöntem Suppedaneum; zu seiner Rechten drei Kisten mit Rollen. Die Linke faßt ein Buch, die Rechte ist diktierend ausgestreckt. Das Haupt mit der Petrusphysiognomie wendet sich dem Schreiber zu, der in blauer Kutte links auf einer braunen Bank sitzt und eine Tafel beschreibt. Den Bildgrund füllt ein Giebelhaus mit symmetrisch aufgeklappten Seitenwänden; die Vorderwand hellocker gefaßt, mit drei eingestellten grün-goldenen Säulchen vor violettem Grund; die Seitenwände purpurn und violett mit hohen, grün gefüllten Rundbogenöffnungen, die Dächer purpurn. In goldener Minuskel Hie pat(er) insignis meritis hieronimus almis. Scriptor et interpres divin(a)e legis habetur (entsprechend den Zierseiten XVIII, Fol. 13r u. XIX, Fol. 15r ). Über dem Schreiber: notarius eius.
  • 8v Zierseite zum Beginn der Ersten Vorrede. In goldenen Majuskeln auf tiefem Purpurgrund (B)EATISSIMO PAPAE DAMASO HIERONIMVS. Oben mit dem Rahmen verknotete goldene Flechtbandinitiale B, grün hinterlegt, die Haste weiß gefüllt mit silbernen Klammern. Vierteiliger Rahmen, innen grün und violett, rotviolettes Zickzackband mit grünen Blättchen zwischen silberner und goldener Leiste, Außenrand grün mit goldenen und silbernen Appliken.
  • 9r Erste Vorrede. In roter Capitalis rustica BEATISSIMO PAPAE DAMASO HIERONIMVS. Gold- und Silberinitiale N(OVVM OPVS) mit Ranken vor Blau und Grün.
  • 13r Dritte Vorrede. In roter Capitalis rustica PROLOGVS QVATVOR EVANGELIORV(m). Gold- und Silberinitiale P(LVRES FVISSE QVI) mit Ranken, blau und grün gefüllt.
  • 15v Prolog zu Matthäus. In roter Capitalis rustica MATHEVs HIC HOMINEM GENERALITER IMPLET. INCIPIT PROLOGVS MATHEI EVANGELISTAE. Gold- und Silberinitiale M(ATHEVS IN IVDEA SICVT), blau und grün gefüllt.
  • 16v Capitula zu Matthäus. In roter Capitalis rustica INCIPIVNT CAPITVLA MATHEI EVANG(e)L(istae). Kapitelanfangslettern und Zahlen am Rande in Gold.
  • 19r Ende der Capitula
  • 19v leer
  • 20r Zierseite zum Matthäusbild ( 21,1 cm x 14,7 cm ). Auf dunklem Purpurgrund in goldenen Majuskeln die Verse INTER APOSTOLICOS D(omi)NI / NVMERATVS AMICOS / HIC EST QVI PRIMVS S(an)C(t)O/Q(ue) CARISMATE PLENVS / CLARA SALVTIFERI SCIP/SIT (sic !) MIRACVLA XPI. / IPSIVS ET SACRIS IVNXIT / PIA DOGMATA FACTIS / DIGNVS EVANGELISTA / D(e)I COGNOMINE LEVI / MATHEVS OSTENDENS / VER(um) HVNC HOMINE(m)Q(ue) /D(eu)MQ(ue). Der Text identisch mit III, Fol. 17v u. 18r ; die ersten Zeilen kehren XVIII, Fol. 13v , u. XIX, Fol. 15v wieder. Rahmen aus olivgrünem Blattpalmettenfries mit purpurnen Eckblättern und hellblauen Mittelstücken zwischen silbernen und goldenen Leisten; innen purpurviolett, außen schieferblau umfaßt. Goldene und silberne Appliken.
  • 20v u. 21r leer
  • 21v Matthäusbild ( 20,2 cm x 13,6 cm ). Den Hintergrund bildet ein dunkelviolett und giftgrün gedecktes Giebelhaus mit goldener, purpurn und hellblau eingefaßter Vorderwand, dessen hellvioletter Seitenmauer links ein angebauter hellpurpurner Rundturm symmetrisch entspricht. Der Evangelist nimmt auf einem ockerfarbenen Faltstuhl mit purpurnem Kissen und Löwenprotomen frontal thronend in weißblauer Tunika und blauviolettem Pallium die Mitte ein. Aus der hochgestreckten, grün gefüllten Öffnung des Turmes kommt hellblau und ocker gekleidet und mit blauem Gefieder der Engel hernieder und entfaltet vor ihm eine hellgrüne Buchrolle, in die er in goldener Minuskel die Anfangsworte seines Evangeliums bis Abraham genu(it) einträgt. Die Fußbank blau und violett, die Bodenwellen daneben hellblau und ocker. Rahmen aus hellblauen Blattfriesen mit violetten Eckpalmetten und purpurnen Mittelstücken zwischen Goldleisten; goldene Appliken.
  • 22r Incipitseite ( 20 cm x 13,6 cm ). Auf dem purpurnen, von helleren Leisten umfaßten Grund in goldenen Majuskeln ICIPIT(sic) LI/BER S(an)C(t)I / EVANGELII SECVNDV(m) / MATHE/VM. Rahmen aus grünen, seitlich hellblauen Blattfriesen mit blaßvioletten Eckpalmetten bzw. Blüten zwischen Goldleisten; in der Mitte jeweils aufgesetzt ein schwarzgrundiges Zierquadrat init hellblau-rotem Mäanderdekor.
  • 22v u. 23 r leer
  • 23v Evangelieninitial ( 21,8 cm x 15,8 cm ). Auf dem purpurnen, blaßviolett und weiß umfaßten Grund das große weiß gefüllte Goldinitial L, dem an der Fußspitze eine Goldranke mit silbernen Blättern und Blüten auf Violett, Blau, Purpur und Grün entwächst. Die Worte (L)IBER GENERATIONIS füllen in goldener Majuskel die übrige Fläche. Der Rahmen besteht aus zwei goldgefaßten, durch Silber voneinander getrennten Leisten, von denen die innere mit einem hellgrünen Blattfries und hellvioletten Eckpalmetten gefüllt ist, die äußere mit violetten Palmetten, purpurnen Eckblüten und an den Vertikalen ebensolchen Mittelstücken. Aufgesetzt jeweils ein goldenes Medaillon mit Büsten von blau oder purpurn gekleideten bartlosen Männern, die sich der Mitte zuwenden. Goldene Appliken schließen sich ihnen auf der mehrfach stahlblau gestuften äußeren Rahmenleiste an.
  • 24r Beginn des Matthäustextes von generationis (wiederholt) an in normaler Schrift.
  • 79r Ende des Textes
  • 79v leer
  • 80r Prolog Zu Markus. Die erste Zeile (M)ARCVS EVANG(e) L(ista) D(e)I in Majuskeln (Tinte), die Initiale M mit Blattranken nur mennigfarben angelegt.
  • 81r Breviar zu Markus. In goldener Majuskel INCIPIT BREVIARIVM. Kapitelanfangslettern und Zahlen am Rande in Gold.
  • 82v Ende des Breviariums
  • 83r u. 83v leer
  • 84r Zierseite zum Markusbild ( 21,6 cm x 15,4 cm ). Auf dem purpurnen, weiß, purpurviolett und hellpurpurn gefaßten Grund in goldener Minuskel die Verse Doctor ap(osto)licus hoc / pingitur ordine marc(us). / Qui petri natus fuit / In baptismate S(an)c(tu)S / Atq(ue) evangelii quod di / dicit ore magistri / Veridicus scriptor / quod sum(mus) postea pastor j Praedicat in magnis a/lenxandri moenib(us) urb(is) j In qua nunc meritis / martyr venerat(ur) opimis. Der Text ist identisch mit III, Fol. 78v u. 79r ; die ersten Zeilen kehren XVIII, Fol. 77v , u. XIX, Fol. 86v wieder. Rahmen aus blaßpurpurnen Palmetten mit weißer Zeichnung und olivgrünen Herzpalmetten in den Ecken zwischen einer Silber? und einer Goldleiste; goldene Mittelappliken auf dem hellblauen Außenrand.
  • 84v Markusbild ( 21,6 cm x 15,4 cm ). Den Hintergrund bildet wieder ein Giebelhaus, dessen goldene Vorderseite jedoch purpurn und ockerfarben gefaßt wird, während das Dach blaue Ziegel hat. Links wird die ockerfarbene Seitenwand mit einer grün gefüllten Öffnung sichtbar, rechts schließt sich ein übereckgestellter hellblauer Turm mit ebensolcher Öffnung an, aus der die Halbfigur des blaugeflügelten Löwen ein ockerfarbenes Schriftband mit purpurnem Rand herabreicht. Auf ihm trägt der Evangelist die Anfangsworte des Textes in goldener Minuskel bis isaia P(ropheta) ein. Markus thront frontal in weißer Tunika und dunkelpurpurnem Pallium auf einer blauen Bank mit hellpurpurnem Suppedaneum. Rahmen aus grünen Blattfriesen und hellblauen Eckpalmetten zwischen Goldleisten; goldene und weiße Appliken auf der in dreifachen hellvioletten Tönungen umführenden Außenleiste.
  • 85r Incipitseite ( 21,5 cm x 14,7 cm ). Auf blaßpurpurnem, hellviolett umfaßten Grund in goldenen Majuskeln INCIPIT' LIB(er) s(an)c(t)I E'VANGELII / s(e)c(un)D(u)M MAR'cVM. Rahmen aus hellblauen, seitlich violetten Palmettenfriesen und ebensolchen Eckblättern zwischen Goldleisten. Die goldenen Mittelappliken auf dem hellblauen Außenrand.
  • 85v Evangelieninitial ( 21,9 cm x 15,2 cm ). Auf dem sattpurpurnen Grund giftgrün und weiß umzogen die silbergefüllte Goldligatur IN(ITIvM) mit goldenen Ranken sowie silbernen Blättern und Blüten mit weißen Staubfäden. Darunter in goldenen Majuskeln die Fortsetzung(IN)ITIVM. Rahmen aus violetten, seitlich aus olivgrünen Blattfriesen zwischen weißgerandeten Goldleisten; goldene Eck- und Mittelappliken auf dem graublauen Außenrand. Auf den Seiten aufgesetzt je ein Goldmedaillon mit einem nach der Mitte gewendeten Männerkopf.
  • 86r Beginn des Markustextes, die erste Zeile in Capitalis rustica.
  • 115v Ende des Markustextes. Das EXPLICIT EVANGELIVM SECVNDV(m) MARCVM wie auch das INCIPIT PROLOGVS SECVNDVM LVCA(m) in mennigfarbener Capitalis rustica. Darunter wiederholt in Gold INcipiT PROLOGVs S(e)C(un)D(u)M LVCA(m).
  • 116r Prolog zu Lukas. Goldrankeninitiale L, im Buchstabenkörper weiß gefüllt, blau und grün hinterlegt. (L)vcAs in Gold, die Fortsetzung sYRvs ANTio(censis) in Tinte, das Weitere in normaler Schrift.
  • 117r Capitula zu Lukas. INCIPIVNT CAPITVLA in goldene Capitalis rustica, die Kapitelanfangslettern und Zahlen am Rande in Gold.
  • 121r Ende der Capitula
  • 121v Zierseite zum Lukasbild ( 22,1 cm x 15,2 cm ). Auf dem purpurnen, von einem blaßpurpurnen, mit goldenen Ranken bedeckten Band umzogenen Grund in goldenen Majuskeln die Verse AECLESI(a)E LAMPAS SAICER HIC E(St) NOMINE LVCAS / QVI VIR APOSTOLICVS DI'VINO FAMINE PLENVS' HOC EVANGELIVM D(omi)NO' TRIBETENTE SACRATV(m)' SCRIPSIT ET IN TOTV(m) l SPARSIT LATISSIME MVNDV(m) l IPSE SEQVENS S(an)C(tu)M PER I PLVRIMA VINCVLA PAVLV(m) / BITHINIAQ(ue) DOCENS MIIGRAVIT AD ARDVA CELEBS. Der Text identisch mit III, Fol. 118v u. 119r ; die ersten Zeilen kehren XVIII, Fol. 119v , u. XIX, Fol. 129v wieder. Rahmen mit blauem, seitlich grünem Eierstab zwischen einer Silber- und einer Goldleiste, außen hellviolett umfaßt. Aufgesetzt je ein violett gefaßtes Zierquadrat mit roten Eicheln bzw. Andreaskreuzen auf rotem Grund.
  • 122r Lukasbild ( 21,6 cm x 14,6 cm ). Den Hintergrund bildet wieder das Giebelhaus, bei dem das Dach jedoch jetzt hellblau, die Einfassung der goldgrundigen Vorderwand hellblau und blaßpurpurn erscheint; die Seitenwand rechts hellviolett (verschmutzt), links eine hellgrüne Wand, die von einem übereckgestellten Turmgeschoß bekrönt wird. Aus ihm kommt der hellblau geflügelte Stier hervor, um dem Evangelisten die violette Schriftrolle herabzureichen, die dieser mit den Anfangsworten seines Textes in goldener Minuskel bis complet(a)e sunt beschreibt. Lukas ist auf einer karminroten Bank nach links gewendet, er trägt eine blaßviolette Tunika und ein sattgrünes Pallium (verschmutzt, wie auch der Goldgrund dahinter). Der Rahmen besteht zwischen Goldleisten oben und unten aus einem goldenen Flechtband vor silbernem Fond, links aus einem Fries von silbernen Herzpalmetten, rechts aus einem silbernen Eierstab; Appliken auf der grünen Umrandung.
  • 122v Evangelieninitial ( 21,5 cm x 14,4 cm ). Auf dunklem Purpurgrund großes Gold- und Silberinitial Q, im Buchstabenkörper weiß gefüllt, Flechtbandknoten und Ranken blaßviolett hinterlegt, das Innere grün. (Q)VONIA(m) QVIDE(m) in goldenen Majuskeln, die weiteren 18 Zeilen von multi conati bis veritatem in goldener Minuskel. Rahmen aus olivfarbenem Eierstab zwischen Goldleisten; silberne Appliken vor schieferblauem Außenrand.
  • 123r Textinitiale Zum Lukasevangelium. Gold- und Silberinitiale F(VIT IN DIEBVS), blaßviolett, die Ranken hellgrün hinterlegt. Die Worte HERODIS REGIS IVDEAE in Capitalis rustica, nachträglich Barübergesetzt, der weitere Text in Minuskel.
  • 173v Ende des Lukastextes. Beginn der Capitula zu Johannes (ohne Überschrift). Kapitelanfangslettern in Gold, die Zahlen am Rande fehlen.
  • 174v Ende des Breviars. Beginn des Prologs zu Johannes (ohne Überschrift) mit kleiner Goldinitiale H(ic ejstj iohannes).
  • 175r Ende des Prologs
  • 175v-176v leer
  • 177r Zierseite zum Johannesbild ( 20,2 cm x 13,8 cm ). Auf sattem Purpurgrund, etwas heller umrandet, in goldenen Majuskeln die Verse INTER PRECIPVOS PA/RADYSI QVATVOR AMNES / HIC EST VERBI POTENS C(a)E'LIS IMNISTA IOHANNES / QVI SACRA DIVINI RE/SERANS MISTERIA VERBI ! PLANVS HAEC SCRIPSIT / P(er) MVNDI CLIMATA SPARSIT' INTER MIRIFICOS AC'TVS / ETIAM AD C(a)ELESTIA RAPT(us) / MONSTRA VENTVRAE / QVALIS SIT GLORIA VITAE. Der Text identisch mit III, Fol. 186v u. 187r ; die ersten Zeilen kehren XVIII, Fol. 190v , u. XIX, Fol. 205v wieder. Rahmen aus purpurvioletten Eierstäben, seitlich mit eingefügten Blättern, zwischen Goldleisten; silberne und goldene Appliken.
  • 177v Johannesbild ( 22,1 cm x 15,4 cm ). Den Hintergrund bildet wiederum die goldgrundige, blaugrau und karminrot eingefußte Giebelwand, der links eine ockerfarbene, rechts eine hellblaue Wand (mit violetter Öffnung) angefügt wird; das Dach durchgehend blaßpurpurn (ohne Ziegel). Johannes thront frontal in grünlicher Tunika und ockerfarbenem Pallium auf purpurvioletter Bank. Er trägt die Anfangsworte des Evangeliums bis d(eu)s erat verbum in goldener Minuskel in die gelbgrüne Buchrolle ein, die ihm der von oben rechts hervorkommende Adler entfaltet hat. Mit Sternen besetzter Goldgrund. Rahmen aus stahlblauen Blattpalmetten und giftgrünen Eckblättern zwischen Goldleisten, grün umrandet.
  • 178r Incipitseite ( 21,9 cm x 15,6 cm ). Auf tiefpurpurnen, von helleren und dunkleren Streifen umrandeten sowie durch hellere Streifen quergeteiltem Grund in goldenen Majuskeln INCIPIT / LIB(er) S(an)C(t)I EVAN/GELII sE/CVNDV(m) / IOHANNE(m). Rahmen aus hellblauen Blattfriesen und violetten Eckblüten zwischen einer weiß abgesetzten Silber- und einer schwarz abgesetzten Goldleiste; Außenrand grün. Aufgesetzt vier hellblaue Zierquadrate mit hellviolett-rotem Faltdach- bzw. Kreuzdekor.
  • 178v Evangelieninitial ( 21,6 cm x 15,2 cm ). Auf purpurnem Grund große Gold- und Silberligatur IN, weiß gefüllt, die Blütenranken grün und hellviolett hinterlegt. Mehrteiliger Rahmen: innen hellgrüner Blattfries, durch eine weiß abgesetzte Silberleiste vom Bildgrund getrennt; in der Mitte zwischen Goldleisten Fries aus schwarz bzw. mennige umrandeten Silberpalmetten mit purpurnen Eckpalmetten; außen doppeltes, hellviolettes und karminrotes Zickzackband auf schwarzem Grund mit weißem Punktdekor und hellgrüne Eckblätter. Die äußere Goldleiste mit goldenen und silbernen Appliken auf dem hellblauen (teilweise verwaschenen) Rand. Dem Rahmen sind aufgesetzt vier violett gefaßte Zierquadrate mit den Evangelistensymbolen auf Goldgrund, die zu einem ebensolchen Quadrat im Zentrum der Ligatur IN mit dem Lamm Gottes in Beziehung treten.
  • 179r Zierseite mit dem Beginn des Johannesevangeliums ( 21,6 cm x 15,1 cm ). Auf dem purpurnen, von einer dunkleren und einer weiß abgesetzten helleren Leiste umzogenen Grund in goldener Minuskel 15 Zeilen Text von principio bis missus a d(e)o. Rahmen aus purpurviolettem Blattfries zwischen Goldleisten; Gold- und Silberappliken auf dem hellblauen Außenrand.
  • 179v leer
  • 180r Fortsetzung des Johannesevangeliums (Textlücke 1 , 6-15)
  • 211v Ende des Evangelientextes und Beginn des Capitulare, ohne Überschrift und ohne spezifisch kölnischer Charakter. Zweispaltig, goldene Anfangsbuchstaben Fol. 213v bis 217r mennigfarbene Schattierung einzelner Buchstaben. Auf dem ungezählten Folio zwischen 215 und 216 wurde in gotischer Zeit "Vincentius" durch "Vitus" ersetzt.
  • 220r Ende des Capitulare
  • 220v leer

Einband

Alter Einband aus leinenbezogenen Eichenholztafeln, auf dem heutigen Rückdeckel Vertiefung wohl für ein Elfenbeinrelief, 20,1 X 11,7.

Geschichte der Handschrift

Herkunft
Aus stilgeschichtlichen Gründen ist die Hs. an den Beginn der "reichen Gruppe" zu setzen. Die Datierung der beiden Eichenholzbuchdeckel "um 1030" (letzter Jahresring 1011) ergibt sich aus freundlichst von H. Birett mitgeteilten Untersuchungsergebnissen der Dendrochronologie (1966). Dieser Zeitbestimmung entspricht die Übernahme einzelner Motive aus dem um 1025 in Köln vollendeten Reichenauer Hillinuskodex (Dombibl. Col. Metr. 12), etwa die rechteckige Überfassung der Kanonbögen-Giebel; einzelne dem Hillinuskodex eingefügte kölnische Textinitialen wohl von der gleichen Hand wie im Evangeliar des Priesterseminars (vgl. P. Bloch, in: Kölner Domblatt 1959, S. 31 ff., Fig. 3).
Provenienz
Über die Geschichte der Hs. ist nichts in Erfahrung zu bringen. Daß sie aus der ehem. Kölner Stiftskirche von St. Maria ad Gradus stammt, deren Bibliothek 1730 zum größten Teil verkauft wurde, geht aus Hartzheims Katalog von 1752 hervor. Der genauere Zeitpunkt der Übernahme durch das Erzbischöfliche Kölner Priesterseminar ist unbekannt.

Bibliographie

  • J. Hartzheim, Catalogus historicus criticus Codicum mss. bibliothecae metrop. Colon. 1752, 13, nota VIII.
  • St. Beissel, Das Evangelienbuch des Erzbischöfl. Priesterseminars zu Köln, in: Zeitschrift für christl. Kunst XI (1898), Sp. 1 ff., Abb. 1-4.
  • St. Beissel, Das Evangelienbuch Heinrich III. aus dem Dome zu Goslar in der Bibliothek zu Upsala, in: Zeitschrift für christl. Kunst XIII (1900), Sp. 77f. 85, 92, 95 (erweiterter Abdruck: Düsseldorf o. j. [1900], Sp. 13f., 21, 28, 31, 32, 41, 42, 43).
  • G. Swarzenski, Die Regensburger Buchmalerei, Leipzig 1901, S. 100, Anm.
  • St. Beissel, Geschichte der Evangelienbücher, Freiburg 1906, S. 278, 331.
  • Ehl, S. 158-170 u. passim, Abb. 62-65,1.11,112.
  • J. Theele, Rhein. Buchkunst im Wandel der Zeit, Köln 1925, S. 1 4, Abb. 1,17.
  • Goldschmidt, Buchmalerei II, S. 21, 73, Taf. 91.
  • M. Hauttmann, Die Kunst des frühen Mittelalters, Berlin 1929, S. 142, 737, Abb. 628.
  • J. Baum, Die Malerei und Plastik des Mittelalters II (Handbuch d. Kunstwissenschaft), Wildpark-Potsdam 1930, S. 158, 191, 205, Abb. 143.
  • Th. Klauser, Das römische Capitulare Evangeliorum 1, Münster 1935, S. XLVIH.
  • P. Clemen, Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln II, 3, Düsseldorf 1937, S. 28.
  • H. Jantzen, Ottonische Kunst, München 1947, S. 123, Abb. 71.
  • Schnitzler, Hieronymus u. Gregor, S. 11, 12, 16.
  • Katalog "Werdendes Abendland", Essen 1956, Nr. 449.
  • Schnitzler, Schatzkammer I, Nr. 26, Tafel 66, 67.
  • C. Nordenfalk, in Das frühe Mittelalter, Genf 1957, S. 208 ff.
  • M. Harrsen, Central European Manuscripts in the Pierpont Morgan Library, New York 1958, p. 16.
  • T. Buddensieg, in : Kunstchronik XI (1958), S. 240.
  • Schnitzler, Spätstil, S. 208.
  • H. Bober, In Principio. Creation before time, in: Essays in honor of Erwin Panofsky I, New York 1961, p. 24, fig. 9.
  • W Messerer, Literaturbericht: Ottonische Buchmalerei, in Zeitschr. f. Kunstgeschichte XXVI (1963), S. 69.
  • A. v. Euw, Zu den Quellen der ottonischen Kölner Buchmalerei, in: Das Erste Jahrtausend, Textband II, Düsseldorf 19649 S. 1047 f.

Quellenangabe

  • Bloch, Peter; Schnitzler, Hermann: Die ottonische Kölner Malschule. Bd. 1: Katalog und Tafeln. Düsseldorf 1967. S. 69-75 [Digitaler Volltext]
Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-14637
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-14637
Lizenzangaben

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Klassifikation