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Titelaufnahme

Titel
Pariser Stundenbuch
ErschienenParis, um 1400
Umfang236 Blätter
Anmerkung
Handschrift auf Pergament
Herkunft des DigitalisatsErzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln, König-Hs. 3
Signatur König-Hs. 3
Online-Ausgabe
Köln : Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, 2022
URNurn:nbn:de:hbz:kn28-1-18202 
Links
Nachweis
Archiv METS (OAI-PMH)
Beschreibung

Signatur König 3 Inv. 2017/0261

Pariser Stundenbuch
Lateinisches Stundenbuch nach dem Gebrauch von Paris
Paris, gegen 1400

Material
Pergament, 236 Blätter (je ein Vor- und Nachsatzblatt aus Pergament sowie ein Papiervorsatz); 190×135mm; Lagen (z.T. mit Wortreklamanten): 1–26, 3–158, 164, 178-2 (äußeres Doppelblatt fehlt), 18–308, 316; Schriftspiegel: 95×57mm; einspaltig; 14 bzw. 17 (Kalendar) Zeilen; Liniierung in Rot.

Ausstattung
Lateinischer Text sowie zahlreiche Gebete, Anweisungen und das Kalendar in Französisch in dunkelbrauner Textura, rubriziert; ein- bis vierzeilige Initialen in Blattgold auf Flächen in Blau und Mauve mit weißem Filigran; Zeilenfüller derselben Art, auf 182v/183r und ab 184v alle Blattgoldpartien von einem Goldschläger entfernt; sieben Textanfänge in Lage 3 und 4 (13r–28v) mit nach links ausstrahlender Ranke hervorgehoben; die dreizeiligen Initialen unter den Miniaturen in Farben auf Blattgold, die Binnenfelder mit Dornblattranken geschmückt; davon ausstrahlend breite Zierleisten, die einen niedrigen Streifen unter dem Text aussparen, auf Textspiegelhöhe enden und von ihren Ecken und Mitten das Rankenwerk ausstrahlen lassen; Zierleisten in der Regel aus breiten Streifen in Mauve oder Blau mit Eck- und Mittelstücken aus Blattgold; die meisten Ranken doppelläufig und farbig gefüllt; Dornblatt in Gold und Deckfarben; Eingangsseite zum Marienoffizium durch modernere Gestaltung hervorgehoben: Blattgoldleiste abwechselnd mit Rauten und Kreisen in kräftigen Farben besetzt; Spiralranken als einfache Tintenlinien, einmal auch als grüner Zweig gebildet; Blattwerk fast ohne Dornblattformen, sondern ausschließlich in Blattgold und mit zahlreichen stilisierten Blüten sowie naturnahen blauen Kornblumen; elf große Miniaturen über vier Zeilen Text.

Einband
Abgegriffener roter Samt über Pappe, mit modernen Pergamentvorsätzen; Goldschnitt; 18./19.Jh.

Vorbesitzer
Eintrag der Karmeliter von Avignon und deren Stempel (1r).

Inhalt
1r–12v Kalendar (Paris) in französischer Sprache, jeder Tag besetzt (Hauptfeste: 3.1. hl. Genovefa, 19.5. hl. Yvo, 25.6. hl. Eligius, 25.7. hl. Christophorus, 25.8. hl. Ludwig (König Ludwig IX.), 1.9. hl. Lupus (von Sens), hl. Egidius, 1.10. hl. Remigius, 9.10. hl. Dionysius).
Miniaturen auf Zierseiten; die Textanfänge darunter.
13r–20r Evangelienlesungen (Joh, Lk, Mt, Mk), als Suffragien erweitert.
20r–22r Passion nach Johannes.
22r O(bsecro te); für einen Mann redigiert.
25v O (intemerata); für einen Mann redigiert.
29r–100r Marienoffizium (Paris). 29r Verkündigung. 56r Heimsuchung. 68r Geburt Christi. 74r Hirtenverkündigung. 78v Anbetung der Könige. 83r Darbringung Christi im Tempel. 87v Flucht nach Ägypten. 94v Krönung Mariens.
100v leer.
101r–120r Bußpsalmen mit Litanei (Lambertus, Egidius, Remigius, Ivo, Opportuna, Avia, Genovefa). 101r Gottvater zwischen den Symbolen des Neuen und des Alten Testamentes.
120v leer.
121r–126v Horen des Hl. Kreuzes (am Anfang und Ende Textverlust; wahrscheinlich fehlende Miniatur).
127r–134v Horen des Hl. Geistes. 127r Pfingsten.
135r–151v Tagesoffizien zu allen Tagen der Woche: 135r Die dominica ad matutinas sancte trinitatis, 137r Die lune ad matutinas mortuorum, 139v Die Martis ad matutinas de sancto spriritu, 141v Die Mercurii ad matutinas omnium sanctorum, 144r Die iovis ad matutinas sancti sacramenti, 146r Die veneris ad matutinas de cruce, 148v Die sabbati ad matutinas beate Marie virginis.
151v–158v Heiligensuffragien: 151v Trinität, 152r hl. Michael, 152v hll. Peter und Paul; hl. Johannes der Täufer, 153r hl. Johannes der Evangelist, 153v hl. Jakobus, 154r hl. Lorenz, 154v hl. Nikolaus, 155r hl. Anton, 155v hl. Fiacrius; hl. Magdalena, 156r hl. Katharina, 156v hl. Margarete, 157r hl. Apollonia, 157v vom Frieden, 158r Allerheiligen.
159r–197r Totenoffizium (Paris). 159r Totenamt.
197r–202r Fünfzehn Freuden Mariens.
202r–205r Gebete zu den Fünf Wunden Christi.
205v–222v Anweisungen und Gebete während der Messe.
223r–234v Gebete zu verschiedenen Anlässen.
234v–235v Suffragium zu Ehren des hl. Leonhard.
236r nachgetragenes Gedicht.
236v leer.

Literatur Kat. Sotheby’s, London. 26.7.1937, Nr.152.
K.V. Sinclair, Descriptive Catalogue of Medieval and Renaissance Western Manuscripts in Australia, Sydney 1969, S.388.
Kat. Sotheby’s, London, 12.7.1971, Nr.65.
Kat. L. Witten, Speculum Manuscriptorum. A Mirror of Manuscripts, Southport/ Connecticut o.J. (1983), Nr.15.
J.M. Plotzek, Andachtsbücher des Mittelalters aus Privatbesitz, Ausst.-Kat. Schnütgen-Museum, Köln 1987, Nr.15, S.99ff. Ars vivendi – Ars Moriendi. Die Handschriftensammlung Renate König, hrsg. und bearb. von Joachim M. Plotzek, Katharina Winnekes, Stefan Kraus und Ulrike Surmann, München 2001, Kat.3, S.100–109.