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Titelaufnahme

Titel
Nordfranzösisches Stundenbuch / Miniaturist aus dem Atelier Willem Vrelants
ErschienenNordfrankreich, um 1465
Umfang135 Blätter
Anmerkung
Handschrift auf Pergament
Herkunft des DigitalisatsKunstmuseum Kolumba, König-Hs. 19
Signatur König-Hs. 19
Online-Ausgabe
Köln : Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, 2022
URNurn:nbn:de:hbz:kn28-1-18353 
Dateien
Nordfranzösisches Stundenbuch [34.42 mb]
Links
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Nachweis
Archiv METS (OAI-PMH)
Beschreibung

Signatur König 19
Inv. 2017/0277

Nordfranzösisches Stundenbuch
Lateinisches Stundenbuch nach dem Brauch von Paris
Miniaturist aus dem Atelier Willem Vrelants
Nordfrankreich, um 1465

Material
Pergament: 135 Blätter (2 Vorsatzblätter und 1 Nachsatzblatt aus Papier); 178 × 119 mm; Lagen (mit Wortreklamanten und Lagenzeichen auf den ersten Seiten der Lagen): 112, 24, 3-68, 78-1, 8-98, 104, 11-128, 134, 14-188 (Lage 2 [fol. 13-16] bildete ursprünglich den mittleren Teil von Lage 13 [fol. 92-95]); Schriftspiegel: 89 × 55 mm; einspaltig; 15 Zeilen; Liniierung in Purpurrot.

Ausstattung
Lateinischer Text (Kalender französisch) in einer Bastarda von zwei Schreibern, die sich die Arbeit lagenweise aufgeteilt sowie hell- und dunkelbraune Tinte benutzt haben, rubriziert; verschiedentlich kalligraphische Ober- und Unterlängen in den obersten bzw. untersten Zeilen; einzeilige Initialen alternierend in Blau mit roter Filigranfüllung oder in Blattgold mit schwarzer Füllung; zweizeilige Initialen in Gold auf blauem Grund, gefüllt mit floralem Goldfiligran auf mauvefarbenem Grund bzw. in den Gegenfarben alternierend; Zeilenendungen in Blau und Gold; elf große Miniaturen in Deckfarben mit Silber und Gold, allseitig gerahmt mit Bordüren aus schwarzem Fleuronnée mit verschiedenen Goldblättern und Blüten sowie farbigen Akanthus-, Blüten- und Fruchtzweigen, Vögeln, Pfauen, einem Affen, Meerweibchen und verschiedenen Drôlerien auf pergamentausgespartem Grund.

Einband
Im Oktober 1985 wurde der alte, nicht zeitgenössische Einband aus schwarzem Haifischleder über Pappe durch einen Einband aus dem rotbraunen Leder einer Oasenziege ersetzt; der floral punzierte Goldschnitt wohl 18. Jh.

Vorbesitzer
Marquess of Bute (sein Wappenexlibris im Vorderdeckel, Ms 95 bzw. G.5).

Inhalt
1r-12v Kalendar (Paris, Nordfrankreich), französisch, sporadisch besetzt (u.a. 3.1. Ste.Genevieve [rot], 22.4. L’invencion S. Denis, 9.5. Translacion S. Nicolas [rot], 25.6. S. Eloy, 4.7. Translacion S. Martin [rot], 11.8. La sainte couronne, 25.8. S. Loys [rot], 9.10. S. Denis [rot], 16.10. Octave S. Denis, 23.11. S. Climent [rot], 7.12. Ste.Far [Burgundofara]).
13r-16v Kreuzoffizium (ursprünglich zwischen Bußpsalmen und Hl. Geistoffizium); hier wie bei allen folgenden Miniaturen Textanfang unter der Miniatur. 13r Kreuzigung Christi.
17r-70r Marienoffizium (Paris). 17r Verkündigung an Maria. 30r Heimsuchung. 42r Geburt Christi. 48r Anbetung der Könige. 53r Sext; Miniatur und Textanfang fehlen (Einzelblatt). 56r Flucht nach Ägypten. 60r Bethlehemitischer Kindermord. 64r Krönung Mariens.
70r-75v Gebete (u.a. Stabat mater, Deus tu propicius [für männlichen Gläubigen eingerichtet], Suffragium zu Ehren des S. Sebastian).
76r-93v Bußpsalmen mit Litanei (u.a. Genoveva). 76r König David im Gebet.
94r-97v Hl. Geistoffizium. 94r Pfingsten.
98r-133v Totenoffizium (Paris). 98r Auferweckung des Lazarus.
133v-135v Heiligensuffragien (u.a. Dionysius).

Literatur
Kat. Sotheby’s, The Bute Collection, London 13.6.1983, Nr. 17.
Catena Aurea, Kat. 16 Antiquariat Tenschert, Rotthalmünster o.J., Nr. 14.
J. M. Plotzek, Andachtsbücher des Mittelalters aus Privatbesitz, Ausst.-Kat. Schnütgen-Museum, Köln 1987, S. 119ff., Nr. 24.
Ars vivendi – Ars Moriendi. Die Handschriftensammlung Renate König, hrsg. und bearb. von Joachim M. Plotzek, Katharina Winnekes, Stefan Kraus und Ulrike Surmann, München 2001, Kat. 19, S. 316-321.