Zur Seitenansicht

Sakramentar (Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 88)

Bibliographische Beschreibung

Sammeltitel
Sakramentar
Entstehungsort
Fulda
Entstehungsort
Trier
Entstehungszeit
3. Viertel 10. Jh.
Entstehungszeit
4. Viertel 10. Jh.
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
179 Blätter
Format
276 mm x 230 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-464 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 88
Katalogsignatur
Jaffé/Wattenbach: LXXXVIII.
Frühere Signatur
olim 106; Darmst. 2089
Katalogsignatur
Handschriftencensus Rheinland: 1051
Schulten-1980: Kat. 40
Clemen: 7
Alternative Signatur
Köln, Dombibliothek Hs. 88
Katalogsignatur
HMML Microfilm-No.: 35,314
Frühere Signatur
"106" (earlier shelf mark, FEL ii)
"Codex 88 nunc / Codex 106 olim " (18c note, FEL iii-v).

Überblickbeschreibung

Sakramentar

Dom Hs. 88 ist das jüngere der beiden gregorianischen Sakramentare der Dombibliothek. Mannigfaltige Gebrauchsspuren und Nachträge lassen ersehen, daß die Handschrift, im Gegensatz zu Dom Hs. 137 (Kat.Nr.81), über Jahrhunderte in der Kölner Domkirche benutzt worden ist. Die Nachträge beziehen sich weitgehend auf den 'Ordo missae', also die Ordnung des Meßverlaufs, die sich um die Jahrtausendwende tiefgreifend änderte. Es wurden nun begleitende Stillgebete gallisch-fränkischer Herkunft eingefügt, die gemäß damaliger Frömmigkeit hauptsächlich apologetischen Charakter haben, also das Erbarmen Gottes für den sich selbst als unwürdig ansehenden Liturgen und seine Assistenz erflehen. Einige wenige dieser Gebete finden sich schon als Nachtrag in Dom Hs. 137 (1r). Dom Hs. 88 bietet zusätzlich zum kurzen 'Ordo missae' aus dem Grundbestand des Sakramentars (25rff.) einen eigenständigen Meßverlauf (9r-15r). Die apologetische Grundstruktur der Gebete weist diesen Meßordo als Apologientyp aus, ein Vorläufer des sich um das Jahr 1000 ausbildenden sog. Rheinischen Meßordo. Der Ordo aus Dom Hs. 88 beginnt mit einer Litanei, gefolgt von Bußgebeten vor der Messe, den Suscipe-Gebeten um Annahme des Opfers bei der Eucharistiefeier, schließlich den Gebeten um die Kommunionriten. Ein Redaktor wohl spätmittelalterlicher Zeit griff zudem in den 'Ordo missae' des Sakramentars ein und fügte eine eigene Pergamentseite hinzu, auf der er weitere inzwischen in den Meßverlauf hineingewachsene Gebete des Kommunionritus ergänzte (29r/v). Diese Gebete sind schon Zeugen für den Einfluß des Rheinischen Meßordo auf die Kölnische Liturgie, von dem erst Dom Hs. 149 (Kat.Nr.93) zur Gänze geprägt ist.

Überblickbeschreibung aus: Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung, München 1998, S. 394-398 (Andreas Odenthal/Ulrike Surmann)

Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-464
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-464
Lizenzangaben

Die Bilder sind unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 veröffentlicht

Diese Beschreibung und alle Metadaten sind unter der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht

Klassifikation