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Officium defunctorum (Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Cod. 244)

Bibliographische Beschreibung

Handschriftentitel
Totenoffizium
Entstehungsort
Umkreis Köln
Entstehungszeit
Anfang 15. Jh.
Beschreibstoff
Pergament
Umfang
79 Blätter
Format
213 mm x 141 mm
Persistenter Identifier
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-994 Persistent Identifier (URN)
Weitere Angaben
Land
Deutschland
Ort
Köln
Sammlung
Dombibliothek
Signatur
Cod. 244
Katalogsignatur
Handschriftencensus Rheinland: 1180

Überblickbeschreibung

Totenoffizium

Der schmale Band enthält die liturgischen Texte des 'Officium defunctorum' und weist als Buchschmuck im Text lediglich einige blau-rote Zierinitialen auf. Das letzte Blatt (58r) zeigt im Querformat die Darstellung eines Priesterbegräbnisses. Die Schrift des Textes und die Malweise der Miniatur sprechen für eine Entstehung des Codex zu Beginn des 15.Jahrhunderts im Kölner Umkreis. Der Sarg des Toten ist auf einem Katafalk aufgebahrt und vollständig mit einer kostbar gemusterten Brokatdecke umhüllt. Auf dem Sarg steht links ein großer Kelch als äußeres Zeichen dafür, daß es sich bei der verstorbenen Person um einen Geistlichen handelt. An den vier Ecken des Katafalks brennen lange, gedrehte Kerzen; zwei unter dem Sarg durchgeschobene Tragestangen ragen links und rechts heraus. Vier Diakone sind seitlich neben dem Katafalk postiert. In ihren Händen halten sie aufgeschlagene Bücher. Sie schauen nach Norden, Süden, Westen und Osten. Mit Hilfe der Rubriken des Totenoffiziums kann die Darstellung gedeutet werden (89r, 93r, 96v, 100v): Die Diakone verlesen während der Feier die Anfänge der vier Evangelien; nach Osten wird das Matthäusevangelium gesprochen, nach Süden das des Markus, nach Norden der Lukasbericht und nach Westen die Worte des Johannesevangeliums. Darstellungen von Totenoffizien sind außerhalb der Stundenbücher selten. Das spärliche Vergleichsmaterial, etwa das zeitgleiche Totenbuch der Johanniterkommende Burgsteinfurt in westfälischem Privatbesitz, zeigt in einer der beiden Miniaturen zwar ebenfalls ein Totengedenken, doch ohne Diakone. Laut Kolophon (p. 112-113) wurde die Handschrift von dem Kölner Domherrn Johannes von Deutz (gest. 1411) zur Ehre Mariens gestiftet, der einige Votivmessen am Anfang des Codex gewidmet sind (7rff.). Empfänger war die Bruderschaft Kölner Pfarrer, denen Dom Hs. 244 für das Totengedenken im Offizium dienen konnte. Die Miniatur - zwar beigebunden, doch möglicherweise dem Original zugehörig - zeigt, wie sich Johannes von Deutz seine Totenfeier vorstellte.

Überblickbeschreibung aus: Glaube und Wissen im Mittelalter. Katalogbuch zur Ausstellung, München 1998, S. 469-470 (Ines Dickmann/Hans-Walter Stork)

Impressum
Herausgeber
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Redaktion
Im Rahmen des DFG-Projekts CEEC bearbeitet von Patrick Sahle; Torsten Schaßan (2000-2004)
 
Bearbeitung im Rahmen des Projekts Migration der CEEC-Altdaten von Marcus Stark; Siegfried Schmidt; Harald Horst; Stefan Spengler; Patrick Dinger; Torsten Schaßan (2017-2019)
Ort
Köln
Datum
2018
URN
urn:nbn:de:hbz:kn28-3-994
PURL
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:kn28-3-994
Lizenzangaben

Die Bilder sind unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 veröffentlicht

Diese Beschreibung und alle Metadaten sind unter der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht

Klassifikation